Globale Waffenmärkte verschieben sich auf unerwartete Weise, während langjährige politische Allianzen zerfallen.
Alte Waffen, die am anderen Ende der Welt gelagert werden, können in einem entfernten Konflikt plötzlich zu den wertvollsten Gütern werden.
Nun versetzt ein riesiger Waffenbestand in Lateinamerika die Behörden in Moskau in große Nervosität.
Ein plötzlicher Wandel
Russland ist zutiefst besorgt über seinen gewaltigen Waffenbestand in Südamerika. Offizielle befürchten, dass eine sich wandelnde politische Landschaft Kiew bald direkten Zugang zu diesen wertvollen Waffen verschaffen könnte.
Sergei Schoigu, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, schlug am Mittwoch während eines hochrangigen Treffens mit venezolanischen Beamten Alarm. Er warnte seinen Amtskollegen, Jose Adelino Ornelas Ferreira, offen vor Geschäften mit westlichen Nationen.
Einem Bericht von Euractiv zufolge behauptete Schoigu, westliche Agenten versuchten aktiv, lateinamerikanische Länder in komplexe Waffenlieferprogramme zu verwickeln. Er erinnerte daran, dass Caracas immer noch eine erstaunliche Menge an sowjetisch konzipierter Ausrüstung besitze.
Zerbrochene Allianzen
Jahrzehntelang agierte Moskau als Hauptunterstützer des lokalen Regimes unter Nicolas Maduro. Sie belieferten das Land mit fortschrittlichen Antischiffsraketen, schweren Panzern und umfassender technischer Ausbildung, die den Kern des lokalen Militärs bildete.
Alles änderte sich nach der jüngsten Absetzung Maduros und dem politischen Aufstieg von Delcy Rodriguez. Die neue Führung gab schnell ihre alte antiwestliche Haltung auf, um sich stark auf die Reparatur zerrütteter Beziehungen zu Washington zu konzentrieren.
Militärexperte Aleksander Kovalenko erklärte gegenüber Euractiv, die Idee, diese Waffen nach Europa zu verlegen, sei nun ein sehr realistisches Szenario. Die Feldausrüstung umfasse T-72-Panzer, Kampffahrzeuge und schwere Artillerie.
Wert auf dem Schlachtfeld
Kovalenko merkte an, diese alte Maschinerie bleibe aufgrund gemeinsamer sowjetischer Standards an der Front äußerst nützlich. Die anhaltende Munitionsknappheit mache diese Bestände für internationale Vermittler noch attraktiver.
Das Land besitze auch fortschrittliche S-300-Luftabwehrsysteme, wobei Digi24 anmerkte, deren Leistung sei während einer US-Militärintervention im letzten Januar weitgehend ineffektiv gewesen.
Pieter Wezeman vom Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut äußerte eine gewisse Skepsis gegenüber dem Plan. Er warnte, jede Verlegung würde intensiven, anhaltenden Druck aus Washington erfordern.
Dieser Druck dürfte sich nicht leicht einstellen, insbesondere angesichts der aktuellen Zögerlichkeit bei ausländischen Militärhilfspaketen. Doch wenn die neue Regierung beschließt, moderne westliche Ausrüstung zu kaufen, ebnet sich der Weg für den direkten Fluss der alten russischen Waffen nach Europa.
Quellen: Euractiv, Digi24