Russland hat Schwierigkeiten, ausreichend Soldaten bereitzustellen, während sich der Krieg in der Ukraine weiter hinzieht.
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Um seine Armee mit Kämpfern zu versorgen, hat Moskau im ganzen Land umfangreiche Rekrutierungskampagnen gestartet.
Der Kreml hat Gefangene, ausländische Kämpfer und sogar nordkoreanische Soldaten rekrutiert, um seinen Feldzug aufrechtzuerhalten. Finanzielle Anreize, Druck und aggressive Rekrutierungskampagnen wurden eingesetzt, um mehr Soldaten an die Front zu bringen.
Nun haben neu gefangen genommene russische Soldaten Berichte geteilt, die weitere Fragen über die Bedingungen aufwerfen, unter denen Soldaten an die Front geschickt werden.
Gefangen nahe Pokrowsk
Vier russische Soldaten wurden kürzlich von der Spartan-Brigade der ukrainischen Nationalgarde nahe der Frontstadt Pokrowsk gefangen genommen.
Laut dem ukrainischen Medium Obozrevatel hatten drei der Männer erst wenige Wochen zuvor, im Januar, Verträge mit der russischen Armee unterschrieben, bevor sie im folgenden Monat gefangen genommen wurden.
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In einem Video, das vom ukrainischen Projekt “Ich will leben” veröffentlicht wurde, beschrieben die Gefangenen, wie sie mithilfe von Koordinaten auf ihren Telefonen zu einer Position geschickt wurden.
“Wir bekamen eine Route auf unser Telefon. Wir sollten bis zum Ende gehen und einen Unterstand finden. Wir saßen dort einen Monat lang, frierend und hungrig. Wir hatten keine Schlafsäcke. Wir hatten nur kugelsichere Westen”, sagte einer der Soldaten.
Harte Bedingungen an der Front
Die Männer sagten, sie hätten Wochen in dem Unterstand verbracht und dabei eisige Temperaturen sowie einen schweren Mangel an Nahrung und Versorgung ertragen müssen.
Ihren Angaben zufolge erlitt einer der Soldaten Erfrierungen an den Zehen, doch die Kommandeure hätten die Situation ignoriert und ihnen befohlen, auf ihrer Position zu bleiben.
Rekrutierungsanreize
Russland hat während des Krieges stark auf finanzielle Anreize gesetzt, um Soldaten zu rekrutieren.
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Neue Rekruten können Berichten zufolge eine einmalige Unterzeichnungsprämie von etwa 1,9 Millionen Rubel erhalten, zusätzlich zu einem monatlichen Gehalt ab etwa 230.000 Rubel.
In einigen Regionen oder militärischen Einheiten können die Zahlungen sogar noch höher sein.
Quellen: Obozrevatel, Projekt “Ich will leben”, O2.