Wladimir Putin hat eine umfassende Umstrukturierung der russischen inneren Sicherheitsarchitektur eingeleitet.
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Analysten zufolge scheinen die Änderungen darauf abzuzielen, den Kreml nach früheren Instabilitäten vor internen Bedrohungen zu schützen.
Machtverschiebung
Ein Präsidialerlass hat die Befehlsgewalt über die Rosgwardija, die russische Nationalgarde, dem Generalstab der Streitkräfte unter Armeegeneral Waleri Gerassimow übertragen.
Das in Washington ansässige Institute for the Study of War erklärte, der Schritt bündele die Kontrolle über zentrale Sicherheitsorgane faktisch in den Händen Gerassimows, eines engen Verbündeten Putins.
Zudem gibt es Berichte, wonach das Katastrophenschutzministerium (MChS) in die Rosgwardija eingegliedert werden könnte, was die Macht weiter zentralisieren würde.
Beobachter bringen die Umstrukturierung mit dem Verhalten der Rosgwardija während des bewaffneten Aufstands der Wagner-Gruppe im Juni 2023 in Verbindung, als die Truppe „nicht gegen die Wagner-Kräfte während der Meuterei vorging.“
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Strategie zur Putschabsicherung
In einer aktuellen Analyse erklärte das ISW, Putin habe die Rosgwardija ursprünglich 2016 geschaffen, um bestimmte Sicherheitskräfte direkt seiner Kontrolle zu unterstellen und sich gegen Unruhen abzusichern.
Der Thinktank stellte fest, Putin habe „wahrscheinlich absichtlich die Aufgaben der Rosgwardija vage definiert, um sich direkte Autorität zur Kontrolle von Protesten zu sichern und sein Regime gegen einen Putsch abzusichern.“
Zudem könnte Putin die Organisation nach ihrer begrenzten Reaktion während der Rebellion und den Versuchen ihrer Führung, ihren Einfluss auszuweiten, inzwischen selbst als potenzielles Risiko betrachten.
Laut ISW fügt sich die Unterstellung der Rosgwardija unter den Generalstab in Bestrebungen ein, irreguläre Kräfte nach dem Zusammenbruch von Wagner stärker dem Verteidigungsministerium zu unterstellen.
Digitales Durchgreifen
Die sicherheitspolitischen Veränderungen erfolgen in einer Phase, in der russische Behörden den Druck auf ausländische Messenger-Dienste erhöhen.
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Ein Sprecher von WhatsApp erklärte, die Behörden versuchten, „Nutzer zu einer staatlichen Überwachungs-App zu drängen.“
„Der Versuch, über 100 Millionen Menschen von privater und sicherer Kommunikation abzuschneiden, ist ein Rückschritt und kann nur zu weniger Sicherheit für die Menschen in Russland führen“, fügte der Sprecher hinzu.
Staatliche Alternativen
Der Kreml bewirbt seine MAX-„Super“-App als inländische Alternative, Kritiker befürchten jedoch eine stärkere staatliche Kontrolle.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut Tass, Meta müsse sich an russisches Recht halten, bevor Einschränkungen aufgehoben würden.
Unterdessen kündigte die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor neue Maßnahmen gegen Telegram an, was Kritik von Militärbloggern auslöste, die darauf hinweisen, dass die Plattform von russischen Truppen in der Ukraine breit genutzt wird.
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Analysten warnen, dass eine Einschränkung des Zugangs Kommunikationskanäle sowohl an der Front als auch in russisch kontrollierten Gebieten stören könnte.
Quellen: Daily Express, Institute for the Study of War, Tass