Das russische Verteidigungsministerium führt Übungen durch, um Reaktionstaktiken zu simulieren und Atomsprengköpfe verdeckt zu verlegen.
Russland ist gemessen an der Anzahl der Atomsprengköpfe die größte Atommacht der Welt.
Letzte Woche veröffentlichte das Bulletin of the Atomic Scientists einen Bericht, in dem geschätzt wird, dass Russland derzeit etwa 4.400 Atomsprengköpfe besitzt.
Der Bericht stellte zudem fest, dass Russland sich nun in den späten Phasen eines Modernisierungsprogramms befinde, das darauf abzielt, alle nuklearfähigen Systeme aus der Sowjetzeit durch modernere Versionen zu ersetzen.
Der Kreml hat oft mit dem nuklearen Säbel gerasselt, und nun wurden die Atomstreitkräfte des Landes auf die „höchste Bereitschaftsstufe“ versetzt.
Hohe Gefechtsbereitschaft
RIA Novosti berichtet, dass das russische Verteidigungsministerium vom 19. bis 21. Mai umfassende Übungen durchführe, um Reaktionstaktiken angesichts einer aggressiven externen Bedrohung zu simulieren.
Truppen verlegen aktiv Spezialausrüstung durch mehrere Militärzonen. Offiziellen Berichten zufolge umfassen die Übungen Langstreckenflugeinheiten zusammen mit großen Marineflotten sowohl in den nördlichen als auch in den pazifischen Regionen.
Kommandostrukturen testen ihre Geschwindigkeit und Logistik unter extremem Druck.
„Im Rahmen der Atomstreitkräfteübungen seien praktische Maßnahmen zur Versetzung von Atomwaffeneinheiten und -verbänden auf die höchsten Stufen der Gefechtsbereitschaft entwickelt worden. Die Lieferung von Nuklearmunition an Feldlagerstätten in den Stellungsgebieten der Raketenbrigaden sei sichergestellt worden“, erklärte das Ministerium auf MAX laut RIA Novosti.
Verlegung spezieller Nutzlasten
Am Boden führen mobile Raketenbesatzungen simulierte Startsequenzen aus verdeckten Stellungen durch. Das Personal arbeite derzeit mit Spezialtransportfahrzeugen, um den Umgang mit sensiblen Nutzlasten unter Gefechtsbedingungen zu üben.
Beamte stellten fest, dass taktische Raketenbesatzungen direkt mit fortschrittlichen Iskander-M-Systemen arbeiteten. „Das Personal der Raketeneinheiten führe Gefechtsübungsaufgaben durch, um spezielle Munition für das operativ-taktische Raketensystem Iskander-M zu erhalten, Startfahrzeuge damit auszurüsten und sich verdeckt in ein bestimmtes Stellungsgebiet zu begeben, um Raketenstarts vorzubereiten“, erklärte das Verteidigungsministerium in einer Stellungnahme.
Das Ausmaß der Operation offenbare eine massive Koordinationsanstrengung über verschiedene Militärzweige hinweg. Mehr als 64.000 Personen nähmen an den Manövern teil. Sie setzten über 7.800 Spezialausrüstungsgegenstände ein, die von regionalen Kommandos bereitgestellt würden.
Diese große Streitmacht umfasse 200 Raketenwerfer und 140 Flugzeuge. Unter den Wellen verfolgten 13 U-Boote Koordinaten neben 73 Überwasserschiffen. Acht dieser U-Boote trügen strategische Waffen, während separate Übungen gemeinsame Stationierungssysteme auf belarussischem Territorium testeten.
Quellen: Russisches Verteidigungsministerium, RIA Novosti, Bulletin of the Atomic Scientists