Ein angespannter maritimer Zwischenfall hat sich im Nordatlantik abgespielt und die ohnehin belasteten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter verschärft.
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Putin und Trump pflegten lange eine enge Freundschaft, doch mit immer wieder aufkommenden diplomatischen Streitfragen könnte diese nicht von Dauer sein.
Vertreter beider Seiten erheben nun gegenseitig Vorwürfe, während weitere Details bekannt werden.
Verfolgung auf See
Der russische Öltanker Bella-1 wird vor der britischen Küste nach einem Hubschrauberangriff beschlagnahmt, wie russische Medien und ein mit der Operation vertrauter US-Vertreter berichten.
Der Vertreter sagte, der Einsatz werde von der US-Küstenwache in Zusammenarbeit mit dem US-Militär durchgeführt.
Das Schiff wurde nach einer mehr als zwei Wochen dauernden Verfolgung über den Atlantik abgefangen.
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Russische Medien berichteten, dass die Beschlagnahmung in der Nähe von Irland stattfinde. Während der Operation wurden US-amerikanische und verbündete Flugzeuge in dem Gebiet beobachtet.
Durchsetzung von Sanktionen
US-Vertreter erklärten, der Tanker unterliege amerikanischen Sanktionen und sei zuvor einer US-Seeblockade gegen sanktionierte Schiffe entkommen.
Das Schiff hatte unter dem Namen Bella-1 operiert, bevor es nach früheren Versuchen der US-Küstenwache, es in der Karibik zu entern, in Marinera umbenannt wurde.
Obwohl der Tanker vermutlich leer ist, haben die USA aufgrund mutmaßlicher Sanktionsverstöße einen Haftbefehl erwirkt und behaupten, er habe iranisches Öl transportiert.
Die Beschlagnahmung erfolgte, nachdem der Tanker sich geweigert hatte, Aufforderungen zum Entern nachzukommen, so die Vertreter.
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Militärische Bewegungen
Während der Einsatz andauerte, entsandte Russland Kriegsschiffe, um das Schiff zu überwachen und zu schützen, was die Spannungen zwischen den beiden atomar bewaffneten Mächten weiter verschärfte.
US-Streitkräfte setzten zudem U-Boot-Jagdflugzeuge ein, um russische Marinebewegungen im Nordatlantik zu verfolgen.
Mehrere US-amerikanische und britische Militärflugzeuge sollen während des Enterns zwischen Island und den Britischen Inseln im Einsatz gewesen sein.
Der Abfangvorgang erfolgt wenige Tage, nachdem US-Spezialeinheiten in Caracas einen Einsatz in den frühen Morgenstunden durchgeführt, Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro festgenommen und zur Anklage in die Vereinigten Staaten gebracht hatten.
Reaktion aus Moskau
Das russische Außenministerium erklärte, man beobachte die Lage „mit Sorge“ und warf den USA und der Nato vor, das Schiff einer „offenkundig unverhältnismäßigen“ Kontrolle zu unterziehen.
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In einer Erklärung hieß es, der Tanker sei unter russischer Flagge in internationalen Gewässern unterwegs gewesen und habe „in voller Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht“ operiert.
Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, die Downing Street werde sich weder zu Spekulationen noch zur Nutzung britischer Militärbasen durch Dritte äußern.
Quellen: Daily Express, Stellungnahmen von US-Vertretern, russisches Außenministerium