Zuvor hatte eine russische Rekrutierungskampagne Alkoholiker ins Visier genommen.
Während der Krieg in der Ukraine weiterhin tobt, deuten sowohl die Ukraine als auch unabhängige Analysten an, dass Russland inzwischen mehr Truppen auf dem Schlachtfeld verliert, als es rekrutieren kann.
Berichte darüber, dass das russische Verteidigungsministerium Universitätsstudenten für Drohneneinheiten anwirbt, sind bereits aufgetaucht, und im Januar berichtete The Barents Observer, dass Alkoholiker rekrutiert werden, nur um in ihrer ersten Schlacht zu sterben.
Der unheimlichste Teil dieser Rekrutierungstechnik ist, dass die Alkoholiker stark betrunken sind, wenn sie sich anmelden – und wenn sie nüchtern werden, wird ihnen mit Strafverfolgung gedroht, wenn sie nicht an die Front in der Ukraine gehen, so der Bericht.
Doch nun gerät ein Rekrutierungshinweis, der in einer medizinischen Einrichtung in Nordrussland angebracht wurde, in die Kritik, nachdem er offenbar auf schutzbedürftige Patienten abzielte.
Dieses Mal sucht das russische Militär keine Alkoholiker.
Es sucht HIV- und Hepatitispatienten.
„Wir suchen Freiwillige!“
Das Plakat, das in einer Klinik in Karelien gesehen wurde, wirft Fragen zu den Praktiken der Militärrekrutierung auf.
Es wurde in einer Umgebung ausgestellt, die für Behandlung und Unterstützung gedacht ist, nicht für die Anwerbung.
Laut The Barents Observer, der zuerst über das Plakat berichtete, schickte ein Leser dem Medium ein Bild eines Hinweises, der in der Nähe des Anmeldeschalters im Karelischen Zentrum für AIDS-Prävention und Infektionskrankheiten entdeckt wurde.
Das Flugblatt ruft ausdrücklich zu Freiwilligenarbeit auf und erklärt: „Wir suchen FREIWILLIGE für die spezielle Militäroperation! Die Rekrutierung ist offen für Menschen mit HIV und HEPATITIS!!“
Offizielle Vorschriften des russischen Verteidigungsministeriums führen HIV und Hepatitis unter den Bedingungen auf, die Personen vom Militärdienst ausschließen, was erklären könnte, warum das Plakat nach Freiwilligen sucht.
Rekrutierungsoffensive
Die Anzeige umreißt jedoch finanzielle Anreize, darunter eine einmalige Zahlung von 1,7 Millionen Rubel (22.300 USD) und Verträge ab einem Jahr.
Sie verspricht auch einen Schuldenerlass von bis zu 10 Millionen Rubel sowie nicht näher bezeichnete zusätzliche Leistungen.
Es wird ferner darauf hingewiesen, dass sich ausländische Staatsangehörige und Personen mit Vorstrafen bewerben können, wobei jeder Fall einzeln geprüft wird.
In der Nähe warb ein weiterer Hinweis für eine Gedenkgarteninitiative in Petrosawodsk, die den Teilnehmern des Krieges in der Ukraine gewidmet ist.
Quellen: Barents Observer, Important Stories