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Russland weist Studie zu russischen Verlusten zurück und erklärt, die einzigen verlässlichen Zahlen kämen aus Russland

Dmitry Peskov
Viiviien / Shutterstock.com

Würden Sie den Zahlen vertrauen, wenn sie aus dem russischen Verteidigungsministerium kämen?

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September 2022. Vor 3½ Jahren.

Damals veröffentlichte Russland zuletzt Angaben zu seinen Gefechtsverlusten in der Ukraine (5.937 getötete Soldaten).

Seitdem sind die Zahlen von einem Schleier des Geheimnisses umgeben, doch Analysten und Forscher versuchen, eine plausible Schätzung der aktuellen russischen Verluste zu ermitteln.

Auch die Ukraine veröffentlicht täglich Updates zu den geschätzten russischen Verlusten. Stand 29. Januar 2026 werden die russischen Verluste auf nahezu 1,24 Millionen geschätzt.

Diese Zahlen wurden nicht unabhängig verifiziert, und die Ukraine könnte die russischen Verluste potenziell überschätzen, um das Narrativ einer geschwächten russischen Armee zu stützen. Es sei jedoch angemerkt, dass die Ukraine dessen nicht beschuldigt wurde – mit Ausnahme Russlands.

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Unabhängige Analysten und Forscher versuchen ebenfalls, die russischen Verluste zu schätzen. Ein neu veröffentlichter Bericht des US-Thinktanks Center for Strategic and International Studies (CSIS) beziffert die russischen Verluste ebenfalls auf etwa 1,2 Millionen.

Diese Zahlen seien jedoch nach Angaben Russlands nicht verlässlich.

Nur Zahlen aus Russland vertrauen

Die Moscow Times berichtet, dass Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Studie zurückgewiesen habe, in der es heißt, „keine Großmacht habe in irgendeinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg auch nur annähernd so viele Verwundete oder Tote erlitten“, um das Ausmaß der russischen Verluste zu beschreiben.

Peskow sagte bei einem täglichen Briefing vor Journalisten, dass Angaben zu Verlustzahlen nur dann vertrauenswürdig seien, wenn sie vom russischen Verteidigungsministerium stammten.

„Ich glaube nicht, dass solche Berichte als verlässliche Informationen betrachtet werden können oder sollten“, sagte Peskow gegenüber Reportern.

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163.600 bestätigt

Das im Exil arbeitende russische Medienportal Mediazona und die BBC führen einen Zähler zu verifizierten russischen Verlusten in der Ukraine. Bis Mitte Januar hatte die Zahl der erfassten Namen 163.600 überschritten.

Der Unterschied zwischen diesem Zähler und den Angaben aus der Ukraine sowie von CSIS besteht darin, dass er ausschließlich öffentlich zugängliche und überprüfbare Quellen berücksichtigt. Die Liste ist daher nicht vollständig, da viele Todesfälle nicht bekannt gemacht werden.

Quellen: Generalstab der Streitkräfte der Ukraine, The Moscow Times, Mediazona, BBC, Center for Strategic and International Studies