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Russlands Verbündete werfen Putin vor, sie im Stich zu lassen

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Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Während Moskau immer mehr Ressourcen in seinen Krieg in der Ukraine steckt, zeigen sich Risse im weiteren Netzwerk strategischer Partner Russlands.

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Von Lateinamerika bis in den Nahen Osten überdenken Regierungen, die sich einst auf die Unterstützung des Kremls verlassen haben, wie verlässlich diese Rückendeckung tatsächlich ist.

Jüngste Ereignisse haben die Zweifel an Russlands Fähigkeit oder Bereitschaft verstärkt, zu handeln, wenn Verbündete ernsthaften Bedrohungen ausgesetzt sind.

Wachsende Frustration im Ausland

In den vergangenen 13 Monaten sind mehrere autoritäre Regime, die eng mit Moskau verbunden sind, zu dem Schluss gekommen, dass sie sich in Krisenmomenten nicht auf Russland verlassen können, berichtete Digi24.

In Caracas betrachten Regierungsvertreter die sicherheitspolitische Partnerschaft Venezuelas mit Russland und Kuba inzwischen als einen „Papiertiger“ und sind der Ansicht, sie habe im entscheidenden Moment kaum echten Schutz geboten.

Ähnliche Ernüchterung zeigt sich auch andernorts, von Syrien über Kuba bis Iran, da die jeweiligen Führungen unter wachsendem Druck stehen, ohne entschlossene Unterstützung aus Russland zu erhalten.

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Caracas fühlt sich schutzlos

Laut Bloomberg haben venezolanische Regierungsvertreter hinter verschlossenen Türen ihren Ärger über das aus ihrer Sicht Versagen sowohl der russischen als auch der kubanischen Geheimdienste zum Ausdruck gebracht.

Diese Dienste hätten Schwachstellen im Regime von Nicolás Maduro nicht erkannt oder vor der Bedrohung durch die Vereinigten Staaten gewarnt, bevor er festgenommen und nach New York gebracht wurde, berichtete Bloomberg.

Ein großer Teil von Maduros Personenschutz bestand aus kubanischen Geheimdienstoffizieren, eine Abhängigkeit, die nach der Ankündigung Havannas über den Tod von 32 kubanischen Agenten während der US-Operation erneut kritisch hinterfragt wurde.

Versagende Verteidigung

Venezolanische Regierungsvertreter kritisierten zudem die Leistung der von Russland gelieferten Luftabwehrsysteme, darunter S-300 und Buk-M2, die nach ihren Angaben nicht in der Lage gewesen seien, den Luftraum des Landes zu schützen.

Sie beklagten, Russland habe nicht ausreichend technische Unterstützung geleistet, um die Systeme einsatzfähig zu halten, so Bloomberg-Quellen.

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Auch die Cybersicherheitsunterstützung aus Moskau sei wirkungslos gewesen. Berichten zufolge führten US-Cyberangriffe dazu, dass in großen Teilen von Caracas der Strom ausfiel.

Verschiebung der Loyalitäten

Infolgedessen ist das Vertrauen in die sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen Venezuela, Kuba und Russland stark beschädigt, wie Bloomberg berichtet.

Maduros Nachfolgerin Delcy Rodríguez bleibt nun kaum eine andere Wahl, als die von den Vereinigten Staaten angebotene Zusammenarbeit anzunehmen und sich von den früheren Verbündeten zu lösen.

Das Bild Maduros in einem Gefängnis in New York ist zu einem starken Symbol für Russlands begrenzte Reaktion geworden.

Grenzen des Einflusses

Für Moskau ist die Lage in Venezuela unangenehm, aber nicht katastrophal. Eine dem Kreml nahestehende Person sagte Bloomberg, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten seien für Russland wichtiger als die zu Caracas.

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Iran stellt angesichts der Tiefe der militärischen Zusammenarbeit eine größere Herausforderung dar, doch auch hier ist Russland kaum zu einem entschlossenen Eingreifen bereit, da der Fokus weiterhin auf der Ukraine liegt.

Da mehrere Partnerschaften unter Druck geraten, scheint Moskau entschlossen, seine Ziele in der Ukraine kompromisslos zu verfolgen, eine Haltung, die die Bemühungen von Donald Trump um eine Vermittlung eines Friedensabkommens erschweren könnte.

Quellen: Digi24, Bloomberg