Vorwürfe schwerer Misshandlungen innerhalb der ukrainischen Streitkräfte sind bekannt geworden.
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Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf Fragen von Disziplin und Verantwortlichkeit in Einheiten, die im Kriegseinsatz stehen.
Die Behörden erklären, die Vorfälle hätten sich über mehrere Tage hinweg zugespitzt und Drohungen, Schusswaffengebrauch sowie schwere körperliche Gewalt umfasst.
Aufnahme löst Gewalt aus
Nach Angaben von Ermittlern, auf die sich Ukrinform beruft, begann der Fall, nachdem zwei Soldaten heimlich ein Telefongespräch mit ihrem stellvertretenden Bataillonskommandeur in der ukrainischen Region Sumy aufgezeichnet hatten.
In der Aufnahme soll der Offizier ihnen gedroht haben, sie zu erschießen, falls sie sich weigerten, Befehle auszuführen.
Nachdem er erfahren hatte, dass die Aufnahme weitergegeben worden war, soll der Beschuldigte die Soldaten mit einer Schusswaffe konfrontiert haben.
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Die Ermittler erklärten, er habe Schüsse auf ihre Füße und über ihre Köpfe hinweg abgegeben, offenbar um sie einzuschüchtern.
Schläge und Drohungen
Die Behörden teilten mit, der Offizier habe die Soldaten anschließend gezwungen, die Aufnahme zu löschen, habe ihnen dabei mit der Waffe gedroht und körperliche Gewalt angewendet.
Trotzdem verbreitete sich die Audiodatei später im Internet und konnte nicht vollständig entfernt werden.
Die Gewalt habe sich danach weiter verschärft. Die Ermittler erklärten, der stellvertretende Kommandeur habe die Soldaten mit einem Militärhelm geschlagen und ihre Köpfe und Körper mit solcher Wucht getroffen, dass der Helm zerbrach.
Die Staatsanwaltschaft sieht darin nicht nur Einschüchterung, sondern gezielte Folter.
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Schüsse aus nächster Nähe
Nach Angaben des ukrainischen Staatlichen Ermittlungsbüros befahl der Offizier später, ein Sturmgewehr zu bringen, und schoss auf das Mobiltelefon eines der Soldaten.
Anschließend soll er einem der Opfer aus nächster Nähe in den Fuß geschossen haben. Die Ermittler erklärten, der Offizier habe die Soldaten angewiesen, ihre Verletzungen als selbst zugefügt darzustellen.
Der Beschuldigte wurde daraufhin von den Behörden festgenommen.
Anklage erhoben
Die Staatsanwaltschaft hat den Offizier wegen Folter, Machtmissbrauchs durch einen Militärangehörigen sowie wegen Verstößen gegen die gesetzlichen Regeln für das Verhältnis zwischen Soldaten angeklagt.
Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zwölf Jahre Haft. Die Behörden bestätigten, dass er während des laufenden Verfahrens in Untersuchungshaft bleibt.
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Die Ermittlungen werden vom Staatlichen Ermittlungsbüro der Ukraine geführt, das erklärte, es handele sich um schwere Straftaten und nicht lediglich um disziplinarische Vergehen.
Quellen: Ukrinform, O2.