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Spannungen an der NATO-Ostflanke steigen: Allianz verlegt bis zu 60.000 Soldaten

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Russland bedroht die baltischen Staaten weiterhin sowohl direkt als auch indirekt.

Die Spannungen an der NATO-Ostflanke nehmen weiter zu, da Russland die drei NATO-Staaten Lettland, Litauen und Estland sowohl direkt als auch indirekt bedroht.

Kürzlich hat Russland eine Beschwerde beim Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen wegen angeblicher Diskriminierung russischsprachiger Minderheiten in den drei Ländern eingereicht — ein Vorwurf, den die Staatschefs zurückgewiesen haben. Gleichzeitig bezeichneten sie die russische Beschwerde als „Nebelkerze“, die dazu dienen soll, von den Kriegsverbrechen abzulenken, die russische Streitkräfte in der Ukraine begehen.

Hinzu kommt, dass Putin kürzlich ein Gesetz unterzeichnet hat, das ihn ermächtigt, militärische Kräfte zum „Schutz“ russischer Bürger im Ausland einzusetzen. Da Putin die angebliche Diskriminierung russischer Minderheiten in der Ukraine auch als Teil seiner Begründung für den Beginn der Invasion nutzte, zeichnet sich ein Muster ab.

Dies zwingt die NATO zum Handeln, und genau das tut die Allianz jetzt.

Schnelle Truppenverlegung

Laut zwei Quellen, die am 26. Mai mit Reuters sprachen, plant die NATO, ihre Ostgrenze zu verstärken, indem sie eine völlig neue Kommandostruktur schafft.

Diese Struktur wird es der Allianz ermöglichen, Truppen direkt nach Lettland und Estland zu verlegen, falls ein Krieg mit Russland ausbricht.

Derzeit koordiniert ein einziges Militärhauptquartier in Stettin, Polen, Operationen in allen baltischen Staaten und Nordpolen. Die bevorstehende Änderung zeigt, wie entscheidend die baltische Region geworden ist, seit Russland seine umfassende Invasion der Ukraine begonnen hat.

Durch die Einrichtung eines zweiten Korps hofft die Allianz, „Masse mit Geschwindigkeit“ zu erreichen, wie es ein Militärvertreter formulierte. Diese schnelle Verlegung ist entscheidend, da das Gebiet keine geografische Tiefe aufweist und weiterhin sehr verwundbar ist.

Lücken schließen

Wenn ein vollständiges Armeekorps in den aktiven Dienst tritt, kommandiert es normalerweise drei ganze Divisionen. Das bedeutet bis zu 60.000 Soldaten.

In Friedenszeiten fungiert diese Kommandostruktur als Rumpfbesatzung. Sie hält essenzielle Spezialisten wie Artillerieeinheiten, Luftverteidigungsteams und Sanitäter in Bereitschaft, damit die Allianz im Krisenfall sofort ihre volle Stärke einsetzen kann.

Deutschland und die Niederlande haben bereits zugestimmt, ihr gemeinsames deutsch-niederländisches Korps zum Schutz Lettlands und Estlands abzustellen. Die Einheit mit Sitz in Münster musste eine letzte logistische Hürde überwinden, bevor die Vereinbarung zustande kommen konnte.

Die Staaten sahen sich mit erheblichen Engpässen in kritischen Bereichen wie Langstreckenartillerie und Pionierkräften konfrontiert. Das niederländische Verteidigungsministerium erklärte, der Plan werde „derzeit weiter ausgearbeitet“, während Berlin und die NATO es ablehnten, den genauen Zeitpunkt zu kommentieren.

Unterirdische Kriegsspiele

Vertreter der Allianz warnen seit Jahren davor, dass die russische Bedrohung zunimmt. Ein massiver Angriff könnte bis 2029 erfolgen. Obwohl Moskau diese aggressiven Absichten bestreitet, wollen westliche Militärs kein Risiko eingehen.

Zur Vorbereitung probten alliierte Streitkräfte kürzlich genau dieses Szenario an einem ungewöhnlichen Ort. Mehrere hundert Mitarbeiter versammelten sich in einer stillgelegten Londoner U-Bahn-Station, um eine umfassende Kommando- und Kontrollübung durchzuführen.

Die Übung testete, wie gut Kommandeure 100.000 Soldaten koordinieren konnten. Planer entwarfen ein fiktives Szenario, in dem NATO-Kräfte Estland gegen eine simulierte russische Invasion verteidigten, die für das Jahr 2030 prognostiziert wurde.

Quellen: Reuters, United24Media, Interfax, Xinhua