Militärische Ausbildung stützte sich schon immer auf Papierkarten und endlose Funkrufe.
Doch die Dinge ändern sich schnell. Nun überlassen Feldkommandeure die Hauptarbeit der künstlichen Intelligenz.
Dieser massive Wandel könnte die Art und Weise verändern, wie moderne Armeen sich auf einen plötzlichen europäischen Konflikt vorbereiten.
Das Netzwerk testen
Die britischen Streitkräfte haben sich kürzlich mit NATO-Partnern zusammengetan, um eine massive digitale Übung durchzuführen. Hinter verschlossenen Türen testeten sie während einer Übung namens ARRCADE STRIKE eine neue Kommandozentralen-Plattform namens ASGARD.
Bloomberg berichtete, dass das fortschrittliche System menschliche Soldaten direkt mit Drohnen, Robotern und schwerer Artillerie verbindet. Alles ist in einem nahtlosen digitalen Netzwerk miteinander verbunden.
Diese intelligente Einrichtung hilft militärischen Führungskräften, komplizierte taktische Manöver wesentlich schneller zu planen. Die Software stützt sich auf große Technologiegiganten wie Google und Palantir, um perfekt zu funktionieren.
Eine Invasion stoppen
Während des jüngsten Tests simulierten Beamte einen plötzlichen russischen Angriff am östlichen Rand Europas. Sie beobachteten genau. Das Ziel war es, zu sehen, wie moderne Werkzeuge eine Verteidigung organisieren und den vorrückenden Feind zurückdrängen könnten.
Die Plattform verarbeitete täglich etwa zehn Terabyte taktischer Daten. Dieses enorme Datenvolumen entspricht drei Monaten ununterbrochenen Netflix-Streamings.
Es koordinierte erfolgreich die Bewegungen von fast 100.000 NATO-Truppen zusammen mit 40.000 Militärfahrzeugen. In der Vergangenheit benötigten menschliche Kommandeure oft drei volle Tage, um einen Gegenangriff dieser Größenordnung zu planen. Die neue Software erledigte die Aufgabe in nur zwei Stunden.
Warten auf Finanzierung
Trotz der beeindruckenden Ergebnisse stehen militärische Führungskräfte immer noch vor einer gewaltigen Hürde. Leider erfolgt die Einführung dieser hochmodernen digitalen Werkzeuge direkt auf dem tatsächlichen Gefechtsfeld viel zu langsam.
Großbritannien stellte etwa eine Milliarde Pfund für ein umfassenderes digitales Zielprojekt bereit. Doch das Geld fließt nur schleppend. Das Verteidigungsministerium gab laut LA.LV im vergangenen Jahr nur 50 Millionen Pfund für das ASGARD-System aus.
Generalleutnant Mike Elviss befehligt die schnelle Eingreiftruppe. Er warnte, der operative Erfolg hänge vollständig von der sofortigen Sicherstellung angemessener Finanzmittel ab.
Er erklärte: „In diesem Jahr könnten wir die fortschrittliche Technologie und die erhöhte Bereitschaft, die zur Bewältigung dieser Bedrohung erforderlich sind, wirklich bereitstellen, aber nur, wenn jetzt die richtigen Investitionen getätigt werden.“
Die primäre Bedrohung
Westliche Beamte bezeichnen Moskau als ihre größte Sicherheitsherausforderung. Sie sind zutiefst besorgt über direkte militärische Aktionen. Und sie fürchten auch hinterhältige hybride Kriegsführungstaktiken.
Admiral Giuseppe Cavo Dragone leitet den NATO-Militärausschuss. Er stellte fest, dass Russland die größte Gefahr für die gesamte Region bleibe.
Um der eskalierenden Bedrohung einen Schritt voraus zu sein, investiert das Militärbündnis massiv in künstliche Intelligenz und Drohnenflotten. Experten glauben, dass diese schnellen digitalen Werkzeuge letztendlich darüber entscheiden werden, wer den nächsten großen Krieg gewinnt.
Quellen: LA.LV, Bloomberg