Wenn ein Land in einem erbitterten Konflikt steckt, bleiben die Frontlinien selten an einem Ort.
Die Gefahr rückt allmählich näher an die Hauptstadt heran. Nun wird ein massives neues Sicherheitsnetz über einer der größten Städte der Welt ausgerollt, berichtet WP Wiadomości.
Den Himmel sichern
Die russischen Behörden bereiten sich darauf vor, den Luftraum um ihre Hauptstadt zu sperren. Die Regeln ändern sich am 1. Juni. Zivile Flugzeuge werden vollständig vom Flug in niedrigeren Höhen ausgeschlossen.
Einem Bericht von WP Wiadomości zufolge zielen die strengen neuen Regeln auf alle nicht-kommerziellen Flüge unterhalb von 5.100 Metern ab. Es handelt sich um eine drastische Maßnahme. Die Entscheidung ist eine direkte Reaktion auf eine unerbittliche Welle ukrainischer Drohnenangriffe, die tief in russisches Territorium vordringen.
Der gesperrte Luftraum umfasst eine erstaunliche Fläche. Er erstreckt sich westwärts bis zur Grenze mit Belarus und reicht nordwärts bis zur Luftraumzone von Sankt Petersburg.
Die Abriegelung kartieren
Im Osten reicht die Grenze bis zu den Luftfahrtsektoren Jekaterinburg und Samara. Die südliche Grenze verbindet sich mit Regionen, die seit Beginn der Kämpfe fest abgeriegelt sind.
Trotz des weitreichenden Verbots dürfen einige Flugzeuge weiterhin operieren. Große Fluggesellschaften werden keine Beeinträchtigungen erfahren.
Normale Feriencharter und Linienpassagierflüge können die strengen Höhenbegrenzungen vollständig umgehen. Medizinische Notfallteams behalten ihren Zugang.
Medizinische Evakuierungshubschrauber können weiterhin störungsfrei fliegen. Regierungsbeamte haben zudem einige klare Ausnahmen für spezialisierte Luftarbeiten geschaffen.
Ein wachsendes Problem
Flugzeuge, die chemische Sprühflüge oder Infrastrukturüberwachung durchführen, behalten ihre Genehmigung. Auch Regierungsauftragnehmer sind sicher. Die genaue Dauer dieser massiven Sicherheitsmaßnahme bleibt ein völliges Rätsel.
Die heimische Luftfahrtindustrie hat bereits schwere Schläge erlitten. Eine Reihe von acht prominenten regionalen Start- und Landebahnen, die über Südrussland verteilt sind, sind laut Berichten von WP Wiadomości weiterhin auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Diese Schließungsliste umfasst Verkehrsknotenpunkte in Anapa, Belgorod, Brjansk, Woronesch, Kursk, Lipezk, Rostow am Don und Simferopol. Währenddessen sind die wenigen noch in Betrieb befindlichen Einrichtungen ständigen täglichen Störungen ausgesetzt.
Vier große Moskauer Flughäfen stellen den Betrieb regelmäßig ein, um auf eingehende Drohnenbedrohungen zu reagieren. Das Hauptterminal in Sankt Petersburg ist mit demselben Chaos konfrontiert. Dieses neue Höhenflugverbot ist lediglich der jüngste verzweifelte Versuch, einen verwundbaren Luftraum zu sichern.
Quellen: WP Wiadomości