Der Angriff wurde in besetztem Gebiet gemeldet, wo militärische Infrastruktur weiterhin nur schwer unabhängig überprüft werden kann. Offizielle Stellen veröffentlichten nur begrenzte Informationen, wodurch das volle Ausmaß der Auswirkungen unklar bleibt.
Der ukrainische Generalstab erklärte, die Luftwaffe habe am 25. Mai britische Storm-Shadow-Marschflugkörper eingesetzt, um einen russischen Führungs- und Kommunikationsposten im besetzten Gebiet der Oblast Luhansk anzugreifen.
Das Militär teilte mit, die Raketen hätten „erfolgreich einen wichtigen feindlichen Führungs-, Kontroll- und Kommunikationsposten im vorübergehend besetzten Gebiet der Oblast Luhansk zerstört“.
Kyiv Post berichtete, dass ukrainische, mit dem Militär verbundene Kanäle einen Storm-Shadow-Angriff auf ein Hauptquartier in der Region bestätigt hätten, jedoch weder einen genauen Ort noch eine verifizierte Schadensbewertung nannten.
Das Medium berichtete, ukrainische Medien hätten Einschläge gegen 19 Uhr Ortszeit gemeldet. Zudem hieß es, russische Militärvertreter und Besatzungsbehörden hätten sich bis Dienstagnachmittag nicht geäußert.
Unbestätigte Berichte, auf die sich Kyiv Post berief, lokalisierten das mögliche Ziel nahe Dowschansk, einer Bergbaustadt in der Nähe von Luhansk. Ukrainische Drohneneinheiten hätten das Gebiet zuvor als russisches Versorgungs- und Kommandozentrum beschrieben, so das Medium.
Die Rolle von Storm Shadow
Storm Shadow ist ein luftgestützter Marschflugkörper, der für geplante Angriffe auf stationäre Ziele mit hohem strategischem Wert entwickelt wurde.
MBDA zufolge nutzt das Storm-Shadow-/SCALP-System Trägheitsnavigation, GPS und Geländereferenzierung und fliegt nach dem Abschuss in niedriger Höhe, um die Entdeckung zu erschweren.
Das International Institute for Strategic Studies (IISS) erklärt, die Rakete habe eine Reichweite von mehr als 250 Kilometern und trage einen 450 Kilogramm schweren Gefechtskopf für gehärtete Ziele.
Großbritannien bestätigte laut IISS im Mai 2023, Storm-Shadow-Raketen an die Ukraine zu liefern. Frankreich stellte das verwandte SCALP-EG-System bereit.
Ein breiteres Muster von Angriffen
Die jüngste Meldung folgt auf weitere ukrainische Langstreckenangriffe gegen russische Militärinfrastruktur.
The Kyiv Independent schrieb, die Ukraine habe am 10. März Storm-Shadow-Raketen gegen das Werk Kremniy El in Brjansk eingesetzt, eine russische Anlage, die mit Komponenten für Raketensteuerung in Verbindung steht.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte später: „Eine Operation wurde gerade erfolgreich durchgeführt — ein Werk in Brjansk wurde getroffen. Dieses Werk produziert Steuerungssysteme für alle Arten von Raketen der Russischen Föderation.“
Kyiv Post verwies zudem auf frühere Storm-Shadow-Angriffe in Sewastopol, darunter Attacken auf russische Marineeinrichtungen und das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte.
Der Generalstab bezeichnete den Angriff als Warnung und erklärte, er zeige, dass „keine Position des russischen Aggressors auf ukrainischem Boden sicher ist“. Die Mitteilung endete mit den Worten: „Es wird noch mehr folgen!“
Quellen: Kyiv Post, The Kyiv Independent, International Institute for Strategic Studies.