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Verhandlungen mit Russland sind nicht Europas eigentliches Ziel, behauptet Lavrow in gestopptem Artikel

Sergej Lavrov
A.PAES / Shutterstock.com

Der Artikel wurde von Politico Europe gestoppt, bevor er veröffentlicht wurde, doch eine russische Nachrichtenagentur hat den Inhalt wiedergegeben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat einen scharfen Gastbeitrag verfasst, der für das in Brüssel ansässige Nachrichtenportal Politico Europe bestimmt war, doch die Publikation stoppte ihn in letzter Minute, wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet.

In dem Artikel mit dem Titel „Ukraine, Europa und globale Sicherheit“ erhob Lawrow schwere Vorwürfe gegen die europäische Führung. Er argumentierte, dass die westlichen Mächte es mit dem Wunsch nach Frieden völlig unaufrichtig meinten.

„Das eigentliche Ziel der europäischen Staats- und Regierungschefs ist es also nicht, mit Russland zu verhandeln. Es geht darum, das Selenskyj-Regime zu stützen und es als Startrampe für eine fortgesetzte Konfrontation mit Russland zu erhalten“, erklärte Lawrow.

Einfrieren der Kämpfe

Nach Ansicht des russischen Außenministers sei jedes aktuelle Friedensgespräch des Westens lediglich ein taktisches Verzögerungsmanöver.

Er behauptet, Europa wolle lediglich ein zerfallendes ukrainisches Militär retten.

Das Einfrieren der Frontlinien in der Ukraine sei als Möglichkeit zur Aufnahme von Friedensverhandlungen erwähnt worden, doch Lawrow behauptet, dies würde die Kernprobleme nicht lösen.

Der Kreml habe die Kernprobleme des Konflikts wiederholt als westliche Einmischung in die russische Einflusssphäre (östliche NATO-Erweiterung) und die „Entnazifizierung“ der Ukraine bezeichnet.

Sobald sich die Frontlinien beruhigt hätten, so Lawrow, werde eine anglo-französische Koalition rasch Truppen direkt auf ukrainischen Boden entsenden.

Er verwies auf jüngste Äußerungen der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas als Beweis und argumentierte, ihre Aussagen zeigten, dass Europa nur harte Bedingungen diktieren wolle, darunter die Erzwingung von Reparationszahlungen Russlands und eine Reduzierung der russischen Militärstärke.

Im Mai sagte Kallas auf einer Pressekonferenz, dass „es keinen gerechten und dauerhaften Frieden ohne Rechenschaftspflicht für Russland geben kann“.

Befürchtungen vor rechtlicher Kriegsführung

Die diplomatischen Spannungen reichten weit über die Grenzen der Ukraine hinaus. Moskau behaupte, europäische Nationen nutzten internationale Institutionen, um einen koordinierten Rechtsangriff gegen Russland zu starten.

„Europas Plan ist es, mit Russland zu sprechen und gleichzeitig eine Kampagne der Rechtskriegsführung voranzutreiben, die durch den Europarat orchestriert wird“, schrieb Lawrow und verwies auf neue Tribunale, die Moskau zur Rechenschaft ziehen sollen.

Lawrow warf der EU auch vor, grünes Licht für die Festsetzung von Handelsschiffen in der Ostsee und im Atlantik gegeben zu haben.

Gleichzeitig behauptete er, der Westen ignoriere absichtlich maritime Sabotageakte ukrainischer Kräfte.