Die NATO-Allianz begann Anfang Juni mit ihrer jährlichen Marineübung.
Wenn Nachbarländer ihre militärische Ausrüstung verlegen, erregt dies Aufmerksamkeit. Kommen ein gemeinsames Gewässer und einige scharfe Worte hinzu, steigt die Spannung schnell an. Nun ist ein dicht befahrenes Meer Schauplatz einer sehr lauten und sehr angespannten Konfrontation.
Ein dicht befahrenes Meer
Gerade ist die Ostsee dicht belegt. Die NATO-Allianz begann Anfang Juni mit ihrer jährlichen Marineübung. Die gemeinsame Übung, bekannt als BALTOPS, dauert bis Ende des Monats.
Der Umfang ist immens. Rund 6.000 Soldaten aus 15 verschiedenen Ländern haben sich für die Operation versammelt. Sie brachten laut Reuters etwa 20 Schiffe mit, um ihre Koordination zu üben.
Doch sie sind nicht die Einzigen, die Übungen durchführen. Russland beschloss, zur exakt gleichen Zeit eigene Militärmanöver zu starten.
Raketen und Bomber
Die russische Marine verstärkte ihre Aktivitäten nahe ihrer eigenen Grenzen. Über einen Zeitraum von zwei Tagen führten die Streitkräfte intensive Manöver durch. Die staatliche Nachrichtenagentur Interfax berichtete, dass die Übungen den Abschuss ungelenkter Raketen und Bombenabwürfe umfassten.
Zwei kleine Raketenschiffe nahmen an der Marineoperation teil. Zehn Militärflugzeuge, darunter Kampfjets und Schwerbomber, beteiligten sich an den simulierten Angriffen.
All diese Aktivitäten konzentrierten sich auf Kaliningrad. Dieses stark befestigte Gebiet besitzt einen enormen strategischen Wert für Moskau.
Ein isolierter Vorposten
Kaliningrad ist eine russische Exklave, die direkt an der Ostseeküste liegt. Sie grenzt überhaupt nicht an das russische Festland. Stattdessen ist sie fest zwischen Polen und Litauen eingekeilt.
Beide Nachbarländer gehören der NATO-Allianz an. Etwa eine Million Menschen leben in dem Gebiet, das als Hauptquartier der russischen Baltischen Flotte dient.
Die Exklave ist stark bewacht und mit Militärausrüstung vollgepackt. Und jüngste Kommentare haben ihre Isolation erneut ins Rampenlicht gerückt.
Scharfer Wortwechsel
Diese sich überschneidenden Marineübungen folgen einem sehr öffentlichen Streit. Die Spannungen flammten Ende Mai nach einer unverblümten, provokativen Äußerung Litauens auf.
Der litauische Außenminister deutete an, dass das westliche Bündnis zeigen müsse, dass es den russischen Vorposten durchbrechen könne. Diese Aussage rief eine sofortige Reaktion von höchster Stelle hervor.
Präsident Wladimir Putin konterte mit einer scharfen Warnung. Er erklärte, dass sein Land über alle notwendigen Mittel verfüge, um jede Kraft zu zerstören, die versucht, Kaliningrad anzugreifen.
Im Moment gibt keine Seite nach. Die konkurrierenden Militärübungen machen dies völlig deutlich. Beide Seiten übermitteln ihre Warnungen lautstark, direkt auf dem Wasser.
Quellen: Reuters, Interfax, Digi24