Die verborgenen Folgen des Doomscrollings – und wie man dem Kreislauf entkommt

Amalie L.

22 Stunden vor

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02/04/2025
Lifestyle
Foto: Shutterstock
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Endlose Feeds voller negativer Nachrichten mögen informativ erscheinen – doch die psychischen und physischen Kosten können gravierend sein.

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Das Internet bietet sofortigen Zugang zu einer Welt voller Informationen – aber nicht alles davon ist gut für uns. Ein Verhalten, das zunehmend verbreitet und schädlich ist, nennt sich Doomscrolling: die Angewohnheit, unaufhörlich negative Nachrichten zu konsumieren, insbesondere in den sozialen Medien. Es handelt sich dabei nicht nur um einen Trend, sondern um ein ernstzunehmendes Warnsignal für die psychische Gesundheit.

Wie Healthline erklärt, verbreitete sich Doomscrolling während der COVID-19-Pandemie besonders stark – eine Zeit, in der viele Menschen verzweifelt nach Informationen inmitten der Krise suchten. Oft beginnt dieses Verhalten unbewusst – etwa durch den Griff zum Handy, um die neuesten Updates zu prüfen – entwickelt sich jedoch schnell zu einem zwanghaften Scrollen, das schwer zu stoppen ist.

Was Doomscrolling mit Ihrer Gesundheit macht

Studien zeigen, dass Doomscrolling sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit messbar beeinträchtigen kann. Es steht in Verbindung mit erhöhter Angst, Depressionen und Stress sowie körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, schlechtem Schlaf und Appetitlosigkeit. Eine Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass Doomscrolling in den USA und im Iran zu existenzieller Angst und einer pessimistischen Weltsicht führte. Eine weitere Studie von 2023 aus der Türkei zeigte, dass Erdbebenüberlebende, die doomscrollten, vermehrt unter Depressionen und Stress litten.

Dieses Verhalten erzeugt eine Art Rückkopplungsschleife: Je mehr negative Inhalte konsumiert werden, desto stärker wird der Drang, noch mehr davon zu suchen. Dieser Drang wird durch kleine Dopaminschübe verstärkt – Momente der Anregung und Erwartung, die das Verhalten produktiv erscheinen lassen, obwohl es das eigene Wohlbefinden untergräbt.

Warum wir nicht aufhören können – und wie es dennoch geht

Ein Teil der Macht des Doomscrollings liegt im menschlichen Bedürfnis nach Kontrolle in unsicheren Zeiten. Ständige Updates können die Illusion von Vorbereitung und Sicherheit vermitteln. Doch das ständige Aufnehmen negativer Nachrichten lässt kaum Raum für emotionale Verarbeitung und hält das Gehirn in einem Zustand permanenter Alarmbereitschaft.

Healthline empfiehlt mehrere Strategien, um den Kreislauf zu durchbrechen:

  • Legen Sie Zeitlimits für Nachrichten- und Social-Media-Apps fest.

  • Löschen oder verbergen Sie Nachrichten-Apps, um Versuchungen zu reduzieren.

  • Bitten Sie nahestehende Personen, Ihnen zu helfen, das Muster zu erkennen.

  • Machen Sie regelmäßig digitale Pausen und bestimmen Sie Personen, die Sie nur bei wirklich wichtigen Nachrichten benachrichtigen.

Wenn Doomscrolling Ihre Gesundheit oder Ihre alltägliche Funktionsfähigkeit deutlich beeinträchtigt, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die digitale Welt wird nicht verschwinden – aber wie wir mit ihr umgehen, kann und sollte sich zum Wohle unserer Gesundheit verändern.