FTI verpasst den Reise-Boom: Tourismus-Pleite inmitten von Rekordzahlen

Olivia Rosenberg

1 Woche vor

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05/06/2024
Lifestyle
Foto: Shutterstock
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Wie FTI in die Krise geriet.

Die Deutschen reisen so viel wie nie zuvor und geben Rekordsummen dafür aus. Während die Tourismusbranche die Corona-Krise hinter sich gelassen hat und wieder wächst, musste der drittgrößte Reisekonzern Europas, FTI, Insolvenz anmelden.

Laut einem Bericht von n-tv konnte FTI trotz staatlicher Hilfen und der Suche nach Investoren die finanziellen Altlasten der Corona-Zeit nicht überwinden.

2023 war ein Rekordjahr für die deutsche Tourismusbranche, und auch für 2024 wird ein weiteres Plus erwartet. 

Dennoch profitierte FTI nicht von dieser Entwicklung. Mit mehr als 500 Millionen Euro hatte der deutsche Staat mithilfe des Wirtschaftsstabilisierungsfonds der FTI Group unter die Arme gegriffen. 

Doch während Konkurrenten wie TUI und Lufthansa ihre Staatshilfen zurückzahlen konnten, gelang es FTI nicht, die Corona-Schulden zu bewältigen. Versuche, Investoren zu finden oder mit der Nummer zwei der Branche, DER Touristik, zu fusionieren, blieben erfolglos. 

Die ägyptische Milliardärsfamilie Sawiris, Haupteigner von FTI, zeigte sich zwar öffentlich zuversichtlich, konnte oder wollte aber nicht die notwendigen Investitionen tätigen.

Erste Berichte über Liquiditätsprobleme bei FTI und die Notwendigkeit eines Teil-Erlasses der Schulden sorgten für Unsicherheit bei Kunden und Geschäftspartnern. 

Im April schien ein Retter gefunden: Der US-Finanzinvestor Certares wollte FTI für einen symbolischen Euro übernehmen und 125 Millionen Dollar investieren. 

Doch das Management von FTI konnte keine verlässliche Liquiditätsplanung vorlegen, und die Rettungsversuche scheiterten letztlich.

Am vergangenen Wochenende zeichnete sich das endgültige Scheitern ab. Zuerst stellte die FTI Touristik GmbH Insolvenzantrag, weitere Gesellschaften des Konzerns sollen folgen. 

Laut einem Bericht des „Business Insider“ führte ein Chaos im Management dazu, dass die Rettung unmöglich wurde. Die Bundesregierung war nicht bereit, eine Bürgschaft für eine Notreserve im Wert von 200 Millionen Euro zu übernehmen, was die Lage weiter verschärfte.