Iran ist bereit zu drastischen Maßnahmen, falls die Vereinigten Staaten und Israel erneut angreifen sollten.
Neue Unsicherheit umgibt die fragile Pattsituation zwischen Washington und Teheran, nachdem ein hochrangiger iranischer Parlamentarier öffentlich die Möglichkeit ins Spiel brachte, die Urananreicherung drastisch zu erhöhen, falls das Land einem weiteren Militärschlag ausgesetzt ist.
Äußerungen aus dem iranischen Parlament haben die Befürchtungen verstärkt, dass diplomatische Bemühungen zur Beruhigung des Konflikts schnell zusammenbrechen könnten, sollten die Spannungen erneut eskalieren.
Die Debatte konzentriert sich nun darauf, wie viel von Irans nuklearer Infrastruktur die jüngste Welle amerikanischer und israelischer Angriffe überstanden hat – und wie schnell Teheran wichtige Teile seines Programms wieder aufnehmen könnte.
Iran verschärft den Atomstreit
Der iranische Parlamentsabgeordnete Ebrahim Rezaei deutete an, Teheran könnte sich der waffenfähigen Urananreicherung deutlich nähern, falls die Feindseligkeiten wieder aufgenommen werden.
„Eine der Optionen Irans im Falle eines neuen Angriffs könnte die Anreicherung (von Uran) auf 90 % sein. Wir werden dies im Parlament prüfen“, sagte Ebrahim Rezaei.
Uran, das auf etwa 90 Prozent Reinheit angereichert ist, gilt weithin als für die militärische Nutzung von Kernwaffen geeignet.
Die Aussage kommt zu einem höchst sensiblen Zeitpunkt, nachdem monatelange Kämpfe zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten die Region an den Rand eines größeren Krieges gedrängt haben.
Offene Fragen nach US-Angriffen
Donald Trump behauptete zuvor, amerikanische und israelische Angriffe hätten Irans Atomanlagen während des zwölftägigen Konflikts Anfang dieses Jahres schwer getroffen.
Amerikanische Geheimdienstbewertungen, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden, zeichneten jedoch ein weniger eindeutiges Bild.
Unsicherheit besteht weiterhin bezüglich etwa 400 Kilogramm Uran, das vor Beginn der Angriffe bereits auf 60 Prozent Reinheit angereichert war.
Experten haben wiederholt gewarnt, dass der Übergang von einer 60-prozentigen Anreicherung zu waffenfähigen Niveaus einen weitaus geringeren technischen Sprung erfordert als frühere Phasen der Uranverarbeitung.
Verhandlungen bleiben zutiefst gespalten
Diplomatische Verhandlungen zwischen Teheran und Washington bleiben festgefahren bezüglich des Schicksals von Irans Nuklearbestand.
Iranische Beamte wollen Berichten zufolge breitere Nuklearfragen auf spätere Verhandlungsphasen verschieben, während die Vereinigten Staaten weiterhin fordern, dass hochangereichertes Uran vollständig aus dem Land gebracht werde.
Washington besteht auch darauf, dass Teheran die heimischen Anreicherungsaktivitäten als Teil eines langfristigen Abkommens vollständig einstelle.
Trump erklärte Anfang dieser Woche, dass der Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nur durch anhaltenden Druck aufrechterhalten werde, was unterstreicht, wie instabil der diplomatische Prozess hinter verschlossenen Türen bleibe.
Militäranalysten warnen nun, dass eine weitere direkte Konfrontation beide Seiten in eine weitaus gefährlichere Phase des Konflikts drängen könnte.