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Archäologen entdecken gut erhaltene byzantinische Stadt und 48 antike Gräber in Ägypten

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Archäologen haben in der ägyptischen Westlichen Wüste eine gut erhaltene Stadt aus der byzantinischen Zeit sowie eine Reihe antiker Gräber nahe Alexandria entdeckt. Die Funde liefern neue Erkenntnisse über den Alltag und die Bestattungssitten vor fast 1.700 Jahren.

Archäologen haben die Überreste einer außergewöhnlich gut erhaltenen Siedlung aus der byzantinischen Zeit in der ägyptischen Westlichen Wüste entdeckt. Zudem wurden bei einer separaten Ausgrabung in der Nähe von Alexandria antike Gräber freigelegt, die neue Einblicke in das Leben während der spätrömischen und byzantinischen Epoche ermöglichen.

Nach Angaben der Associated Press (AP) bezeichnen ägyptische Behörden die Entdeckungen als einen der bedeutendsten archäologischen Funde der vergangenen Jahre. Sie sollen zudem dazu beitragen, den Tourismussektor des Landes weiter zu stärken.

Byzantinische Siedlung

Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer teilte mit, dass Ausgrabungen in der Oase Dachla eine Wohnsiedlung aus dem 4. Jahrhundert freigelegt haben, die aus der Zeit stammt, als Ägypten Teil des Byzantinischen Reiches war.

Laut AP legten Archäologen ein Netz aus Nord-Süd-Straßen frei, das von Ost-West-Straßen durchschnitten wird und öffentliche Plätze sowie offene Bereiche bildet. Zur Siedlung gehören außerdem eine Basilika aus der Mitte des 4. Jahrhunderts, zwei Wachtürme und ein stark befestigtes Bauwerk mit massiven Verteidigungsmauern.

Die Forscher entdeckten Wohngebäude mit Empfangshallen und Gewölbedächern sowie Brotöfen, Küchen und steinerne Mahlwerkzeuge, die Einblicke in den Alltag der damaligen Bewohner geben.

Seltene Funde

Zu den bemerkenswertesten Gebäuden gehört das Haus des Tisous, der als Diakon einer Kirche identifiziert wurde. Archäologen gehen davon aus, dass das Gebäude als frühe Hauskirche diente, bevor die Basilika der Stadt errichtet wurde.

AP berichtet außerdem, dass bei den Ausgrabungen Bronzemünzen mit Darstellungen byzantinischer Kaiser, christlichen Symbolen und lateinischen Inschriften sowie Goldmünzen aus der Regierungszeit des römischen Kaisers Constantius II. gefunden wurden. Zudem wurden rund 200 beschriftete Tonscherben, sogenannte Ostraka, entdeckt, die Handelsgeschäfte, Korrespondenz und weitere Aspekte des Alltags dokumentieren.

Die Oase Dachla in der ägyptischen Provinz al-Wadi al-Dschadid steht derzeit auf der Tentativliste des UNESCO-Welterbes.

Antikes Gräberfeld

Bei einer weiteren Ausgrabung in Marina el-Alamein, rund 100 Kilometer westlich von Alexandria, entdeckten Archäologen 18 weitere Gräber. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der dort gefundenen Gräber auf 48.

Laut AP umfassen die Funde elf Felsengräber, sieben aus Kalkstein errichtete Gräber, Keramik, Amphoren, Lampen, Altäre sowie einen 2,5 Meter langen Granitsarkophag mit menschlichen Überresten, die derzeit untersucht werden. Außerdem fanden die Forscher Fragmente einer Sphinxstatue aus Gips sowie vier „goldene Zungen“, die den Verstorbenen in den Mund gelegt worden waren – ein Spiegel der damaligen Bestattungssitten.

Die ägyptischen Behörden erklärten, die Entdeckungen erfolgten zu einer Zeit, in der sich die Tourismusbranche des Landes weiter erhole. Im vergangenen Jahr wurden mit 19 Millionen Besuchern so viele Touristen wie nie zuvor registriert.

Quellen: Associated Press, Ägyptisches Ministerium für Tourismus und Altertümer