Startseite Nachrichten Asylanträge in Europa auf Fünfjahrestief: Rückgang um 17 % trotz...

Asylanträge in Europa auf Fünfjahrestief: Rückgang um 17 % trotz Nahost-Unruhen

EU gränsen, migranter
Savvapanf Photo / Shutterstock

Die Zahl der Asylanträge in der EU ist seit 2024 kontinuierlich zurückgegangen.

Europäische Länder verzeichneten im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Rückgang der Asylanträge auf ein Fünfjahrestief.

Daten der Europäischen Agentur für Asyl (EUAA) zeigen, dass die EU-Staaten zusammen mit der Schweiz und Norwegen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 rund 332.000 Asylanträge bearbeitet haben.

Diese Zahl bedeutet einen Rückgang um 17 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025.

Obwohl die Spannungen im Nahen Osten zunahmen, stellten europäische Beamte fest, dass die regionalen Unruhen keine neue Einwanderungswelle nach Europa ausgelöst haben. Stattdessen spielten veränderte Bedingungen in wichtigen Herkunftsländern eine entscheidende Rolle.

Wohin gehen die Migranten?

Frankreich verzeichnete mit 69.000 die höchste Anzahl der Asylanträge, dicht gefolgt von Italien mit 66.000 Anträgen. Spanien und Deutschland registrierten jeweils 55.000 Anträge.

Griechenland trug im Verhältnis zu seiner Bevölkerungsgröße die größte Last. Mit 23.000 gestellten Anträgen entspricht dies etwa einem Antragsteller pro 400 griechischen Einwohnern.

Afghanische Staatsangehörige bildeten die größte Einzelgruppe. Sie stellten 39.000 Anträge. Venezolanische Antragsteller folgten mit 33.500 Anträgen, während 19.500 Menschen aus Bangladesch Asyl suchten.

Wer erhält Schutz?

Die Anerkennungsquoten blieben durchweg selektiv. Die Asylagentur berichtete, dass nur 31 Prozent der Asylanträge in erster Instanz zu internationalem Schutz führten, wobei der volle Flüchtlingsstatus weitaus häufiger gewährt wurde als der vorübergehende subsidiäre Schutz.

Antragsteller aus Mali verzeichneten mit 87 Prozent die höchste Anerkennungsquote, gefolgt von Haitianern mit 84 Prozent und Afghanen mit 73 Prozent.

Diese allgemeine Verlangsamung fällt mit dem Inkrafttreten neuer rechtlicher Rahmenbedingungen in ganz Europa zusammen. Am 12. Juni trat der Pakt über Migration und Asyl in Kraft, der obligatorische Kontrollen an den Außengrenzen sowie eine beschleunigte Bearbeitung von Anträgen vorsieht.