Das Unternehmen soll ein besetztes ukrainisches Kernkraftwerk angeblich zu einem Verhandlungspfand in Friedensgesprächen gemacht haben.
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Ein neuer Bericht behauptet, dass Teile des russischen Nuklearsektors, die mit der militärischen Produktion verbunden sind, weiterhin von europäischen Sanktionen unberührt bleiben, berichtet The Kyiv Independent.
Laut einem am 4. März veröffentlichten Bericht des in Kyjiw ansässigen Thinktanks DiXi Group beaufsichtigt die staatliche russische Nuklearkorporation Rosatom 21 Organisationen, die an der Waffenproduktion beteiligt sind und nicht von der Europäischen Union sanktioniert werden.
Der Bericht wurde am vierten Jahrestag der russischen Besetzung des Kernkraftwerks Saporischschja (ZNPP), der größten Nuklearanlage Europas, veröffentlicht. Seit der Übernahme hat Russland Rosatom als Betreiber der Anlage eingesetzt.
Verbindungen zwischen Nuklear- und Militärsektor
DiXi Group berichtet, dass sich die Anlage von einem zivilen Kraftwerk zu einem schwer bewachten Standort nahe der Frontlinie entwickelt hat und zugleich zu einem strategischen Element in den Verhandlungen rund um den Krieg geworden ist.
Der Bericht stellt außerdem fest, dass Rosatom ein weitreichendes Netzwerk von Tochterunternehmen und verbundenen Firmen verwaltet, die in Russlands militärisch-industrielles System eingebunden sind.
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Zu ihnen gehört Innovation Hub LLC, ein Entwicklungsinstitut innerhalb der Rosatom-Struktur, das an einem Projekt beteiligt war, das auf die Lokalisierung der Produktion von Komponenten für russische unbemannte Luftfahrzeuge abzielte.
Eine weitere im Bericht genannte Organisation ist die Produktionsvereinigung Mayak. Die Anlage ist Teil von Russlands Nuklearwaffenkomplex und führt strategische nukleare Produktionsarbeiten durch, darunter Beschaffungen im Zusammenhang mit Russlands „Stupor“-Anti-Drohnen-Systemen.
Trotz dieser Aktivitäten steht keine der 21 von der DiXi Group identifizierten Einrichtungen derzeit auf der EU-Sanktionsliste.
Forderungen nach strengeren Maßnahmen
Die Vereinigten Staaten haben bereits mehrere Einzelpersonen und verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit Rosatom sanktioniert. Laut dem Bericht ist die Muttergesellschaft selbst jedoch von keinem G7-Staat und auch nicht von der Europäischen Union mit umfassenden Blockadesanktionen belegt worden.
Die Ukraine bleibt das einzige Land, das umfassende Sanktionen gegen Rosatom als Ganzes verhängt hat.
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Der Bericht stellt außerdem fest, dass westliche Staaten weiterhin nukleare Handelsbeziehungen mit Russland unterhalten. Die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und die Europäische Union importieren weiterhin russisches Uran oder nuklearen Brennstoff.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Verbündete wiederholt dazu aufgefordert, die Beschränkungen für Russlands Nuklearsektor zu verschärfen.
Quellen: DiXi Group, Reuters, Kyiv Independent