Er warf dem US-Präsidenten außerdem vor, die Verbündeten der Vereinigten Staaten zu untergraben.
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Er warf dem US-Präsidenten außerdem vor, die Verbündeten der Vereinigten Staaten zu untergraben.
Was geschieht hier?

In einem unerwartet scharfen Schritt übte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Mittwoch deutliche Kritik an Donald Trump.
Bei einer politischen Jugendveranstaltung warf er dem US-Präsidenten vor, im anhaltenden Ukraine-Konflikt faktisch als Instrument Russlands zu agieren – Äußerungen, die breite Aufmerksamkeit erregten.
Überraschungsauftritt beim Sommerforum

Ursprünglich war ein Videobeitrag geplant, doch Rebelo de Sousa überraschte die Teilnehmer, indem er persönlich bei der Sommeruniversität der Sozialdemokratischen Partei in Castelo de Vide erschien.
Die Veranstaltung, die der Ausbildung junger Politiktalente dient, wurde damit zur Bühne für seine bislang offensten Aussagen zur internationalen Politik.
„Trump handelt wie ein russischer Agent“

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In einer deutlichen Anschuldigung erklärte der portugiesische Präsident: „Objektiv betrachtet ist der oberste Führer der weltweit wichtigsten Supermacht … ein Agent der Sowjetunion oder Russlands.“
Er stellte klar, dass es zwar kein formelles Bündnis gebe, Trumps Handlungen jedoch konstant dem Kreml zugutekämen.
Emotionale Führung und veränderte Machtverhältnisse

Rebelo de Sousa ordnete Trumps politischen Stil in einen globalen Wandel ein – einen, bei dem Staatschefs traditionelle Medien umgehen und direkt die Emotionen der Bevölkerung ansprechen.
Er warnte, dieses Modell verändere die Verteilung und Wahrnehmung von Macht, insbesondere in globalen Krisen wie dem Krieg in der Ukraine.
US-Verhalten schwächt Verbündete

Nach Rebelo de Sousa sei der Ansatz der Trump-Regierung in Bezug auf die Ukraine strategisch vorteilhaft für Russland gewesen.
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Er deutete an, dass die USA unter Trump faktisch von der Unterstützung der Ukraine zu einer Rolle als „Schiedsrichter“ übergegangen seien – jedoch nur im Dialog mit Moskau.
Ausschluss der Ukraine und Europas aus Friedensgesprächen

Der Präsident äußerte Bedenken, dass die von Trump geführten USA direkt das Gespräch mit Russland suchten und dabei sowohl die Ukraine als auch die Europäische Union übergingen.
„Sie müssen sich aufdrängen, um teilzunehmen“, warnte er und bezeichnete die derzeitige Verhandlungsstruktur als unausgewogen und schädlich.
Leere Drohungen gegenüber Moskau?

Rebelo de Sousa kritisierte außerdem das Ausbleiben von Konsequenzen nach US-Drohungen gegen Russland.
Er verwies auf „tägliche furchtbare Drohungen“ mit Sanktionen, die bislang nicht umgesetzt worden seien – ein Muster leerer Rhetorik unter Trumps Führung.
Schiedsrichter – aber nur für eine Seite

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Der portugiesische Präsident verglich Trump mit einem voreingenommenen Schiedsrichter im Ukraine-Konflikt – der vorgebe zu vermitteln, tatsächlich aber nur mit einer Seite spiele.
Dieser Ansatz zwinge die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten, um ihren Platz am Verhandlungstisch zu kämpfen.
Ein strategischer Sieg für den Kreml?

Rebelo de Sousa machte deutlich: Trumps Handlungen hätten – ob beabsichtigt oder nicht – direkt Moskau in die Hände gespielt.
Er argumentierte, dass der Kurswechsel der USA unter Trump einen geopolitischen Erfolg für Russland darstelle.
Harte Worte von einem NATO-Verbündeten

Dass das Staatsoberhaupt Portugals als NATO-Mitglied und EU-Staat derart scharfe Kritik an einem US-Präsidenten übt, ist höchst ungewöhnlich.
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Seine Worte verdeutlichen die wachsende Besorgnis in Europa über die künftige Rolle der USA in globalen Konflikten, sollte Trump erneut an die Macht kommen.