Die türkische Polizei stürmte das Hauptquartier der größten Oppositionspartei des Landes, nachdem Unterstützer das Gebäude aus Protest gegen eine Gerichtsentscheidung zur Absetzung von Parteiführern verbarrikadiert hatten.
Die türkische Polizei verschaffte sich gewaltsam Zugang zum Hauptquartier der größten Oppositionspartei des Landes, nachdem Unterstützer das Gebäude aus Protest gegen eine Gerichtsentscheidung zur Absetzung von Parteiführern verbarrikadiert hatten.
Die Konfrontation hat die Vorwürfe verschärft, Präsident Recep Tayyip Erdogan verschärfe vor zukünftigen Wahlen seine autoritäre Kontrolle.
Polizeieinsatz
Laut Digi24 unter Berufung auf AFP, Reuters und Agerpres drangen am Sonntag Hunderte Polizeibeamte in das Hauptquartier der Republikanischen Volkspartei (CHP) in Ankara ein.
Unterstützer des CHP-Vorsitzenden Ozgur Ozel hatten zuvor den Zugang zum Gebäude blockiert, nachdem ein Gerichtsurteil führende Parteimitglieder abgesetzt hatte.
Mit Helmen und Schutzschilden ausgerüstete Polizeikräfte setzten Berichten zufolge Tränengas und Gewalt ein, um das Gebäude zu räumen.
Anschließend entfernten die Behörden Oppositionsführer aus dem Hauptquartier.
Empörung der Opposition
„Sie stürmten unser Hauptquartier (…), setzten Tränengas ein, schlugen uns mit Schlagstöcken, verwüsteten das Parteigebäude und warfen uns auf die Straße“, sagte Ozel gegenüber AFP.
„Erdogan hat den Verstand verloren“, fügte er hinzu.
Laut Digi24 warf Ozel dem türkischen Präsidenten vor, politische Rivalen kontrollieren zu wollen, um sich den Sieg bei zukünftigen Wahlen zu sichern.
„Die Türkei hat aufgehört, eine moderne demokratische Republik zu sein, und hat sich in ein autoritäres Regime verwandelt“, sagte er.
Marsch zum Parlament
Nachdem er das Hauptquartier verlassen hatte, sprach Ozel zu Unterstützern vor dem Gebäude.
Er versprach, den „Marsch zur Macht“ fortzusetzen, bevor er seine Anhänger bei starkem Regen zu Fuß in Richtung des türkischen Parlaments führte.
Berichten zufolge bezeichnete Ozel das Parlament nach dem Polizeieinsatz als „das wahre Hauptquartier der Partei“.
Die CHP bleibt die größte Oppositionsbewegung der Türkei und ein bedeutender Kritiker von Erdogans Regierung.
Wachsende Spannungen
Der Vorfall folgt auf Monate von Ermittlungen und Festnahmen gegen Oppositionsfiguren in der Türkei.
Laut AFP und Reuters kam es bereits im vergangenen Jahr in Istanbul zu ähnlichen Szenen, als die Behörden einen Verwalter zur Überwachung der regionalen CHP-Führung einsetzten.
Kritiker werfen Erdogans Regierung vor, zunehmend Justiz und Sicherheitskräfte gegen politische Gegner einzusetzen.
Die türkische Regierung hat Vorwürfe politischer Einflussnahme auf die Gerichte wiederholt zurückgewiesen, berichtet Digi24.
Quellen: Digi24, AFP, Reuters, Agerpres