Trump mit riesiger Putin-Kuss-Installation vor großen Pride-Menschenmengen verspottet.
Farbenfrohe Feierlichkeiten, politische Symbolik und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen prägten das Wochenende in Amsterdam, als die niederländische Hauptstadt eines der weltweit größten Pride-Events ausrichtete. Unter den Dutzenden von Booten, die durch die Grachten der Stadt glitten, zog ein bestimmter Festwagen schnell alle Blicke auf sich.
Riesige aufblasbare Figuren, die US-Präsident Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin darstellten und sich zum Kuss neigten, sorgten für einen der meistdiskutierten Momente der Parade.
Politische Botschaft auf den Grachten
Hunderttausende Zuschauer säumten die Grachten Amsterdams zur jährlichen Pride-Bootsparade, dem Markenzeichen der städtischen Pride-Feierlichkeiten und den diesjährigen World Pride-Festivitäten.
Der kontroverse Festwagen zeigte überdimensionale Versionen von Trump und Putin, gekleidet in traditionelle blau-weiße Outfits im Delfter Stil, die jeweils eine Tulpe hielten und so posierten, als ob sie sich küssten. Das Design erinnerte an die ikonischen Keramikfiguren, die häufig in niederländischen Souvenirläden zu finden sind.
Die Organisatoren der Installation betonten, dass das Kunstwerk eher zum Nachdenken anregen als Empörung hervorrufen sollte.
„Wir haben das Symbol der Liebe und Einheit neu interpretiert, nicht um zu provozieren, sondern um die Macht für einen Moment innezuhalten und etwas Menschliches hervorzuheben.“
Niederländischer Premierminister nimmt an den Feierlichkeiten teil
Der niederländische Premierminister Rob Jetten schrieb Geschichte, indem er als erster Regierungschef der Niederlande an Amsterdams berühmter Grachtenparade teilnahm.
Mit einem weißen Hemd, einer schwarzen Rettungsweste und einer goldenen Halskette bekleidet, winkte Jetten den Menschenmengen von einem der 80 geschmückten Boote zu, während Musik durch die Grachten hallte.
Vor der Veranstaltung teilte er eine Nachricht auf X, in der er erklärte, warum die diesjährige Feier eine zusätzliche Bedeutung trug.
„Die Freiheit und Sicherheit der LGBTQ+-Gemeinschaft weltweit steht unter Druck durch neue diskriminierende Gesetzgebung, mangelnde Sicherheit auf der Straße oder den schrecklichen Anschlag der letzten Woche in Berlin.“
Sicherheit nach Berliner Anschlag verschärft
Die Sicherheitsvorkehrungen wurden nach dem tödlichen Anschlag auf eine Pride-Veranstaltung in Berlin in der vergangenen Woche erheblich verstärkt, bei dem eine Person getötet und 29 weitere verletzt wurden. Die Behörden hatten den Vorfall als islamistisch-extremistischen Anschlag beschrieben.
Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema sagte, die Stadt habe zusätzliche Vorkehrungen für die Feierlichkeiten getroffen.
„Wo nötig [werden wir] zusätzliche Maßnahmen ergreifen, die Besucher hoffentlich so wenig wie möglich bemerken werden.“
Polizeipatrouillenboote überwachten die Grachten während der gesamten Samstagsfeierlichkeiten, während ein Hubschrauber über ihnen kreiste.
Die Bedenken reichten auch über die Niederlande hinaus. Hamburgs Pride-Parade, die am selben Tag stattfand, wurde von etwa doppelt so vielen Polizeibeamten wie im letzten Jahr geschützt. Behörden und Organisatoren schätzten, dass rund 300.000 Menschen an der deutschen Veranstaltung teilnahmen, was sowohl eine starke öffentliche Unterstützung als auch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen nach der Berliner Tragödie widerspiegelt.
