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„Drohnenmauer“ im Anmarsch: EU stellt Plan zur Abwehr von Drohnenbedrohungen vor

„Drohnenmauer“ im Anmarsch: EU stellt Plan zur Abwehr von Drohnenbedrohungen vor
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Ein zentrales Element des Plans ist die Entwicklung eines „einheitlichen Luftlagebildsystems“.

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Eine Reihe unbefugter Drohnensichtungen über sensiblen Standorten hat die europäischen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Nun bereitet Brüssel eine koordinierte Reaktion vor, um weitere Störungen zu verhindern.

Die Europäische Kommission stellte am Dienstag einen neuen Aktionsplan vor, der darauf abzielt, die Erkennung potenziell feindlicher Drohnen im EU-Luftraum zu verbessern.

Die Strategie konzentriert sich auf die Erhöhung der Investitionen in Überwachungstechnologien sowie auf die Verbesserung von Systemen, die verdächtige unbemannte Luftfahrzeuge besser identifizieren und verfolgen können.

Steigende Sicherheitsbedenken

Mehrere Mitgliedstaaten, darunter Polen und Belgien, haben in jüngster Zeit Vorfälle gemeldet, bei denen Drohnen über oder in der Nähe von Kernkraftwerken, Flughäfen und anderer kritischer Infrastruktur flogen.

Als Reaktion schlägt die Kommission eine engere Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Akteuren vor. Sie plant, die Mitgliedstaaten durch eine „koordinierte zivil-militärische industrielle Kartierung zur Gewinnung von Investitionen sowie zur Förderung von Innovation und Interoperabilität“ und eine „verstärkte Testkapazität für Drohnenabwehrsysteme“ zu unterstützen.

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Vertreter kündigten zudem die Schaffung eines „neuen EU-Kompetenzzentrums für Drohnenabwehr und die Entwicklung eines Zertifizierungssystems für Drohnenabwehrsysteme“ an. Darüber hinaus beabsichtigt Brüssel „die Einrichtung eines Forums der Drohnen- und Drohnenabwehrindustrie zur Förderung des Dialogs mit Industrieakteuren mit dem Ziel, die Produktion auszuweiten“.

Zudem werden klarere operative Leitlinien für Drohnenbetreiber erwartet sowie eine Pilotinitiative zur Verbesserung der maritimen Überwachung gegenüber Bedrohungen aus großer Höhe.

„Einheitliches Luftlagebildsystem“

Ein zentrales Element des Plans ist die Entwicklung eines „einheitlichen Luftlagebildsystems“, das Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen soll, um den Behörden zu helfen, legitime Drohnen von als gefährlich eingestuften zu unterscheiden.

Die Kommission fordert außerdem „interessierte Länder“ auf, „bei der öffentlichen Beschaffung und dem Einsatz von Drohnenabwehrsystemen ihre Kräfte zu bündeln“.

Die Vorschläge stehen im Einklang mit dem am 16. Oktober veröffentlichten EU-Fahrplan zur Verteidigungsbereitschaft 2030, der bis 2027 eine vollständig einsatzfähige „Drohnenmauer“ als Teil einer Ostflanken-Überwachung vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer vorsieht.

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Unterdessen hat die NATO ihre Präsenz in der Region verstärkt. Das Bündnis startete im September 2025 die Operation Eastern Sentry und bestätigte im November, dass ein neues US-Drohnenabwehrsystem entlang der europäischen Ostflanke stationiert wurde. Beide Organisationen bemühen sich, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Koordination zu verbessern.

Quellen: Europäische Kommission, NATO, Euronews