Startseite Nachrichten Ebola-Ausbruch in der DR Kongo eskaliert: Über 2.000 Todesopfer

Ebola-Ausbruch in der DR Kongo eskaliert: Über 2.000 Todesopfer

Ebola
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Ausbrüche tödlicher Infektionskrankheiten stellen die Fähigkeit der Menschheit, unter Druck schnell zu reagieren, stets auf die Probe.

Wenn medizinische Teams aktiven bewaffneten Konflikten und einem sich schnell ausbreitenden Krankheitserreger gegenüberstehen, wird die Eindämmung zu einem schwierigen Kampf. Nun kämpfen Gesundheitsbehörden gegen die Zeit, während sich eine gefährliche Krise zuspitzt, wie Dr News berichtet.

Eine gefährliche Ausbreitung

Eine sich schnell ausbreitende Gesundheitsnotlage in der Demokratischen Republik Kongo hat inzwischen sechs Provinzen erreicht. Nach Angaben des Africa CDC breitet sich das Virus in der Region rasant aus. Regierungsdaten bestätigen, dass mehr als 2.000 Menschen gestorben sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass dies die tödlichste Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen werden könnte. „Wir jagen dem Virus hinterher. Das Virus ist uns voraus“, sagte Mohamed Janabi, WHO-Regionaldirektor für Afrika, auf einer Pressekonferenz.

Von der Associated Press gemeldete Daten zeigen, dass sich die Zahl der Todesopfer innerhalb von drei Wochen verdoppelte, nachdem die Tausendermarke überschritten worden war. Dieses Tempo ist etwa dreimal schneller als beim massiven Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016.

Bekämpfung des Ausbruchs

Gewalt im Osten der DR Kongo beeinträchtigt die Hilfsmaßnahmen erheblich. Nach Angaben der WHO können medizinische Helfer nur etwa 30 Prozent der Fälle erreichen. Frühe Fehldiagnosen von Malaria und Typhus verlangsamten die anfängliche Reaktion zusätzlich.

Die lokalen Behörden schlossen den Hauptflughafen in der Provinz Ituri und verboten öffentliche Versammlungen, um die Ausbreitung einzudämmen. Hilfsorganisationen befürchten jedoch ein regionales Übergreifen. Mercy Corps warnte, dass bestätigte Fälle nur 35 Kilometer vom Südsudan entfernt entdeckt wurden.

Diese Welle betrifft den seltenen Bundibugyo-Stamm, für den es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische medikamentöse Behandlung gibt. Forscher der Universität Oxford bereiten derzeit Humanstudien für einen Impfstoffkandidaten vor. Dieser basiert auf derselben Plattform, die auch für ihren Covid-19-Impfstoff verwendet wurde.

In der Zwischenzeit koordiniert die WHO lokale Studien in der DR Kongo, um zu prüfen, ob bestehende antivirale Behandlungen die Überlebenschancen verbessern. Offizielle Stellen hoffen, die Lage innerhalb von drei Monaten stabilisieren zu können.

Quellen: Dr News, Africa CDC, WHO, Associated Press, Mercy Corps