Den Ausgang eines Konflikts vorherzusagen, ist für globale Experten schwierig.
Anfängliche Annahmen bröckeln oft, wenn sich die Realität wandelt, was Supermachtregierungen zwingt, ihre Strategien zu überdenken. Nun deutet ein erfahrener Diplomat an, dass eine massive Kehrtwende stattgefunden habe, wie die Kyiv Post berichtet.
Eine plötzliche Wende
Ein ehemaliger US-Staatssekretär glaubt, dass sich das Kräfteverhältnis in eine überraschende Richtung bewege. Im Gespräch mit der Kyiv Post erklärte Daniel Fried, dass Tiefschlag-Drohnenoperationen die Logik des Krieges verändert hätten.
„Russland gewinne nicht länger, es beginne zu verlieren“, erklärte Fried.
Dies markiert eine massive Kehrtwende. Im Jahr 2022 erwartete Washington, die Ukraine werde „sehr tapfer kämpfen und sehr schnell verlieren“. Als dies fehlschlug, wandelte sich das Narrativ dahingehend, sie würden „sehr tapfer kämpfen und langsam verlieren“, so der Diplomat.
Washington überzeugen
Die sich wandelnde Lage könnte die Strategie des Weißen Hauses neu gestalten. Fried erinnerte sich an ein Treffen Anfang 2025, bei dem Donald Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte, sein Land habe „keine Karten“.
Heute sieht die Lage anders aus. Der Widerstand hat seine Stärke bewiesen, was der Präferenz des amerikanischen Präsidenten für Stärke entspreche.
„Es werde nun klarer, dass die Ukraine tatsächlich viele Karten habe“, bemerkte Fried. „Trump liebe Gewinner. Die Ukraine gewinne. Putin beginne wie ein Verlierer auszusehen.“
Diese Verschiebung hat ein internes Umdenken innerhalb der US-Regierung ausgelöst. Beamte, die Kiew unterstützen, gewinnen an Einfluss. Ein jüngstes G7-Abkommen habe diese Einigkeit hervorgehoben, auch wenn die Formulierung vorsichtig geblieben sei.
Praktische Kompromisse
Die G7-Erklärung versprach mehr Luftverteidigung, obwohl Fried anmerkte, sie sei „nicht in jeder Hinsicht endgültig“. Dennoch sende die amerikanische Unterstützung eine klare Botschaft.
„Aber es sei trotzdem eine ziemlich gute Erklärung gewesen“, fügte Fried hinzu. „Und die Tatsache, dass die USA sie unterzeichnet hätten, sei ein sehr gutes Zeichen.“
Dieser Durchbruch könnte einen transaktionalen Deal beinhalten. Berichte deuteten an, Washington habe kooperiert, weil europäische Verbündete Hilfe bei der Minenräumung in der Straße von Hormus angeboten hätten.
Fried bevorzuge bedingungslose Unterstützung und erklärte: „Hilfe für die Ukraine und der Erfolg der Ukraine liegen im amerikanischen Interesse. Punkt.“ Dennoch akzeptiere er Kompromisse der realen Welt. „Politik und Außenpolitik sind nichts für Puristen“, schloss Fried.
Quellen: Kyiv Post