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Finnische Staatsanwaltschaft klagt russischen Kapitän an

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Unterseekabel bilden das stille Rückgrat der modernen digitalen Welt und transportieren jede Sekunde Millionen privater Nachrichten und wichtiger Daten.

Die meisten Menschen denken nicht an diese Tiefseekabel, bis unter den Wellen plötzlich etwas schiefläuft. Eine jüngste maritime Auseinandersetzung hat die Anfälligkeit dieses verborgenen Netzwerks ins Rampenlicht gerückt, wie The Moscow Times berichtet.

Unterseedrama

Die finnische Staatsanwaltschaft hat nach einem angespannten Vorfall während der Feiertage offiziell Anklage gegen einen russischen Kapitän und ein hochrangiges Besatzungsmitglied erhoben. Die beiden Männer sollen ein riesiges Frachtschiff benutzt haben, um kritische Kommunikationsinfrastruktur zu kappen.

Der Vorfall ereignete sich in der Silvesternacht in den eisigen Gewässern des Finnischen Meerbusens. Laut The Moscow Times bestiegen die Behörden ein Schiff namens Fitburg, als es von Russland nach Israel unterwegs war.

Die Beamten verdächtigten die Besatzung, den Anker des Schiffes absichtlich fallen gelassen zu haben, um die Kabel zwischen Finnland und Estland zu zerstören. Das dramatische Eingreifen zwang das riesige Frachtschiff zum vollständigen Stillstand.

Schleifen über den Meeresboden

Nach den Ermittlungen erhob die finnische Nationale Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Kapitän und einen hochrangigen Offizier aus Aserbaidschan. Den Männern werden schwere Delikte der „schweren Sachbeschädigung“ und der „schweren Störung von Telekommunikationsanlagen“ vorgeworfen.

Ermittler behaupten, die Besatzung habe nicht nur einen einfachen Fehler gemacht. Stattdessen wird ihnen vorgeworfen, einen beschädigten Anker über eine Strecke von mindestens 130 Kilometern über den Meeresboden geschleift zu haben.

Auf dieser langen Strecke gelang es dem Anker, zwei Haupttelekommunikationskabel zu durchtrennen. Die Staatsanwaltschaft behauptet zudem, die Besatzung habe aktiv versucht, acht weitere Tiefseeverbindungen zu zerstören, bevor sie gefasst wurde.

Rechtsstreitigkeiten

Die Sabotage verursachte den lokalen Behörden erhebliche Schwierigkeiten. Laut Staatsanwaltschaft führten die plötzlichen Störungen zu „erheblichen unmittelbaren Schäden“ an der regionalen Infrastruktur.

Der Vorfall habe zudem „ein ernstes Risiko für die Funktionsfähigkeit der Telekommunikations-, Strom- und Gasnetze in Finnland“ geschaffen. Dennoch entscheidet die Behörde noch, ob sie zwei weitere Offiziere anklagen soll.

Die Angeklagten ihrerseits weisen die Vorwürfe vollständig zurück. Das Verteidigerteam plant, den Fall anzufechten, indem es argumentiert, dass Finnland kein Recht habe, sie vor Gericht zu stellen. Sie behaupten, der Schaden sei außerhalb der finnischen Hoheitsgewässer entstanden, was bedeute, dass der nordische Staat keine ordnungsgemäße rechtliche Zuständigkeit für den Vorfall besitze.

Quellen: The Moscow Times