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Frankreich genehmigt Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren

Emmanuel Macron
Victor Velter / Shutterstock.com

Im digitalen Zeitalter aufzuwachsen bedeutet, von sehr frühem Alter an durch endlose Feeds zu scrollen.

Eltern sorgen sich weltweit um die Bildschirmzeit ihrer Kinder. Nun greift eine bedeutende europäische Nation mit einem kühnen neuen Plan ein, um die Kindheit im Internet neu zu gestalten, wie The Guardian berichtet.

Den Feed stoppen

Französische Gesetzgeber stimmten diese Woche mit überwältigender Mehrheit dafür, jungen Teenagern den Zugang zu beliebten Social-Media-Apps zu verbieten. Die Nationalversammlung verabschiedete den wegweisenden Gesetzentwurf nach Zustimmung des Senats mit 279 zu 81 Stimmen, wie The Guardian berichtete.

Das weitreichende Gesetz macht Frankreich zur ersten EU-Nation, die Kindern unter 15 Jahren Apps wie TikTok, Snapchat und Instagram verbietet. Präsident Emmanuel Macron setzte sich für diese Politik als Schlüsselreform ein.

Macron begrüßte die Abstimmung online und lobte die Maßnahme. „Frankreich ist in Europa führend, wenn es darum geht, unsere Kinder und Teenager zu schützen“, sagte Macron in einem auf Social Media veröffentlichten Video.

Bevor die Durchsetzung beginnt, müssen oberste Richter das Gesetz formell überprüfen. „Der Verfassungsrat muss nun darüber entscheiden, und dann wird es Zeit sein, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Maßnahme Realität werden zu lassen und unsere Kinder online zu schützen“, fügte er auf X hinzu.

Altersnachweis

Die Regierung wird das Verbot in zwei Phasen einführen. Ab dem 1. September können unter 15-Jährige keine neuen Social-Media-Konten eröffnen. Bestehende Konten müssen bis Januar 2027 geschlossen werden.

Digitalministerin Anne Le Hénanff versprach, dass die persönlichen Daten der Nutzer während der Verifizierung sicher bleiben. „Vier Monate lang müssen wir alle in Frankreich unser Alter nachweisen“, sagte sie Journalisten. „Ist jemand unter 15, wird das Konto geschlossen.“

Die Gesetzgeber legen die volle Last der Durchsetzung auf die Technologieplattformen. Die Abgeordnete Laure Miller äußerte sich zuversichtlich in Bezug auf die Branche und sagte der AFP, dass Technologieunternehmen bereits über die notwendigen Werkzeuge verfügten. „Die großen Plattformen sind meiner Ansicht nach weitgehend bereit“, sagte die Abgeordnete Laure Miller der AFP.

Globale Wellenwirkung

Französische Gesundheitsexperten warnten zuvor, dass Plattformen wie Instagram Jugendlichen, insbesondere jungen Mädchen, schaden. Das Gesetz verbietet auch Mobiltelefone in Gymnasien, um Ablenkungen im Unterricht zu reduzieren.

Online-Enzyklopädien und Bildungstools sind von dem Verbot ausgenommen, und Eltern drohen keine finanziellen Strafen, wenn Kinder das System umgehen.

Frankreich schließt sich Australien an, um gegen Technologiegiganten vorzugehen, während Beamte der Europäischen Union ähnliche Altersüberprüfungssysteme testen.

Quellen: The Guardian, AFP, X