Das Internet ist voll von anonymen Konten, die versuchen, politische Unruhen zu stiften. Normalerweise bleibt der Schaden fest hinter einem Bildschirm gefangen.
Doch manchmal überschreiten digitale Befehle eine gefährliche Grenze und entzünden echte Brände in ruhigen Stadtvierteln, wie das ukrainische Staatsmedium United24Media berichtet.
Die digitale Spur verfolgen
Eine Untersuchung der Financial Times hat einen ausländischen Sabotagering aufgedeckt, der für gefährliche Brandanschläge im Vereinigten Königreich verantwortlich ist. Die Brände zielten gezielt auf Orte ab, die mit Premierminister Keir Starmer in Verbindung stehen.
Ein Londoner Gericht befand einen jungen Bauarbeiter der Ausführung der physischen Schäden für schuldig. Die Staatsanwaltschaft wies nach, dass der 22-Jährige seine Befehle direkt von einem in Russland ansässigen Drahtzieher erhielt.
Diese mysteriöse Figur nutzte die Telegram-App unter dem Namen „El Money“. Laut der Financial Times brachten Experten diesen Drahtzieher mit einem berüchtigten pro-Kreml-Hacker-Kollektiv in Verbindung.
Eine gefälschte lokale Bewegung
Das Vorgehen basiert darauf, lokale Rekruten zu finden, um Chaos in ganz Europa zu stiften. In Großbritannien wollten die Akteure soziale Spannungen ausnutzen, indem sie extremistische politische Überzeugungen und hasserfüllte Botschaften verbreiteten.
Um Menschen zum Beitritt zu verleiten, starteten sie eine Online-Gruppe, die wie eine britische Graswurzelbewegung aussah. Die Financial Times stellte jedoch fest, dass russische Administratoren tatsächlich die Fäden zogen.
Der Drahtzieher verbrachte fast ein Jahr damit, den jungen Arbeiter langsam auf größere Straftaten vorzubereiten. Er begann mit kleineren Aufgaben. Zu seinen frühen Aufgaben gehörten das Verteilen rechter Plakate und die Beschädigung religiöser Gebäude in und um London.
Die Gefahr eskaliert
Im Mai 2025 nahm die Kampagne eine erschreckende Wendung. Der Drahtzieher befahl dem Arbeiter, drei separate Orte anzugreifen, die mit dem britischen Politiker in Verbindung standen.
Der erste Brand zerstörte ein Fahrzeug, das Starmer einst besaß. Tage später brach ein weiterer Brand in der Nähe einer Wohnung aus, in der der Premierminister Jahrzehnte zuvor gelebt hatte.
Der letzte Angriff traf Starmers Familienhaus. Seine Verwandten schliefen zu diesem Zeitpunkt darin. Nach getaner Arbeit befahl der Drahtzieher dem Arbeiter die Flucht.
Ein geheimes Codewort
„Sehen Sie, Sie haben das Haus einer sehr hochrangigen Person in Großbritannien angegriffen. Ich werde Ihnen Geld schicken, Sie müssen die Stadt verlassen“, sagte der Drahtzieher ihm laut Financial Times auf Telegram.
Der Drahtzieher fügte einen Notfallplan hinzu. „Wenn die Polizei Sie festnimmt, senden Sie eine geheime Nachricht ‚Geran‘ (Geranie), und ich werde Ihnen einen Anwalt schicken.“
Dieses Codewort stimmt mit einer von der russischen Armee verwendeten Kamikaze-Drohne überein. Doch die versprochenen Fluchtgelder trafen nie ein.
Die britische Polizei verhaftete den Arbeiter nur Stunden nach diesem letzten Textaustausch in seinem Haus.
Quellen: Financial Times, United24 Media