Eine Entscheidung eines chilenischen Gerichts hat dem niederländischen Unternehmer Bernard Keiser eine weitere Chance gegeben, einen seit Langem verfolgten Schatzanspruch auf der Robinson-Crusoe-Insel weiterzuverfolgen. Das Projekt hängt jedoch weiterhin von einer endgültigen Genehmigung der chilenischen Behörden ab.
Keiser, 76, sucht seit mehr als drei Jahrzehnten im Juan-Fernández-Archipel nach einem Schatz, der dort vor Jahrhunderten versteckt worden sein soll, schreibt Digi24.
Das Urteil erlaubt ihm, eine Genehmigung zur Wiederaufnahme von Ausgrabungen auf der Robinson-Crusoe-Insel zu beantragen. Wird die endgültige Genehmigung erteilt, könnte die neue Suche im Oktober beginnen.
Die Insel vor der Pazifikküste Chiles wird weithin mit dem schottischen Seemann Alexander Selkirk in Verbindung gebracht, dessen Überlebensgeschichte Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ mitinspiriert haben soll.
Der Schatzanspruch
Die Suche konzentriert sich auf Puerto Inglés. Den Legenden zufolge könnten sich dort Fässer mit Gold- und Silbermünzen, Juwelen und Edelsteinen befinden, die aus Veracruz in Mexiko dorthin gebracht wurden.
Laut dem rumänischen Medium bringen einige Berichte den angeblichen Schatz mit dem spanischen Kapitän Juan Ubilla de Echeverría im Jahr 1714 in Verbindung. Einer anderen Version zufolge versteckte der britische Seefahrer Cornelius Webb ihn 1760 erneut.
Veröffentlichte Schätzungen gingen weit auseinander. Mongabay und Ancient Origins nannten früher eine Summe von etwa 10 Milliarden US-Dollar, während Digi24 neuere Schätzungen von 20 bis 40 Milliarden US-Dollar angab.
Laut BBC würden chilenische Vorschriften dem Staat 75 Prozent eines bestätigten Fundes zusprechen. Keiser und seine Partner würden die verbleibenden 25 Prozent erhalten.
Geschütztes Land
Die Robinson-Crusoe-Insel ist Teil eines geschützten Nationalparks, und die Suche wurde in der Vergangenheit bereits von Naturschutzbehörden kritisch geprüft. Mongabay berichtet, dass frühere Arbeiten mit schweren Maschinen Bedenken hinsichtlich Erosion, archäologischer Aufsicht und Schäden am Gelände der Insel auslösten.
Chiles nationale Forstbehörde Conaf hatte einen früheren Antrag im Zusammenhang mit der Expedition abgelehnt. Die neue Gerichtsentscheidung hob dieses Hindernis auf, beseitigte jedoch nicht die Auflagen für künftige Arbeiten.
Etwaige erneute Ausgrabungen wären auf manuelles Graben beschränkt; schwere Geräte wären nicht erlaubt. Zudem wäre die Arbeit auf sechs Monate begrenzt.
Keiser sagt, jüngste geophysikalische Untersuchungen hätten in dem Gebiet, das er durchsuchen will, eine erhebliche Metallkonzentration festgestellt.
Frühere Behauptungen führten zu keinem bestätigten Fund, darunter auch ein Bericht des Guardian, in dem der Anwalt Fernando Uribe-Etxeverria sagte: „Der größte Schatz der Geschichte wurde lokalisiert.“
Vorerst bestätigt das Urteil nicht, dass ein Schatz existiert. Es erlaubt Keiser lediglich, weiter eine Genehmigung für eine Suche zu beantragen, die wiederholt Fragen zu Kulturerbe, Eigentum und Naturschutz auf geschütztem Land aufgeworfen hat.
Quellen: Digi24, BBC, Ancient Origins, Mongabay, The Guardian.