Der Präsident hat die Behandlung begonnen.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat nach der Entdeckung eines Hautkrebses im Frühstadium eine präventive Strahlentherapie begonnen. Dies teilten die behandelnden Ärzte und Vertreter des Präsidialamtes mit.
Medizinisches Personal des Sirio-Libanes Hospitals bestätigte, dass sich Lula kürzlich einer Operation unterzogen hatte, um eine Basalzellläsion von seiner Kopfhaut zu entfernen. Ärzte empfahlen später eine zusätzliche Behandlung zur Vermeidung weiterer Komplikationen.
„Es wurde beschlossen, eine ergänzende Behandlung mit präventiver, oberflächlicher Strahlentherapie an der Kopfhaut durchzuführen“, hieß es in einer medizinischen Erklärung der Ärzte.
Vertreter des Krankenhauses fügten hinzu, dass der 80-jährige Präsident voraussichtlich seinen regulären Zeitplan während der Behandlung ohne Einschränkungen fortsetzen kann.
Präsidialamt: Läsion war klein
Vertreter des brasilianischen Präsidialamtes teilten Reuters mit, dass die entfernte Läsion als Krebs im Frühstadium eingestuft wurde.
Berichten zufolge sind fünfzehn Strahlentherapiesitzungen als Vorsichtsmaßnahme geplant, um das Risiko der Entwicklung neuer Läsionen zu verringern.
Gesundheitliche Bedenken um Lula haben während seiner aktuellen Amtszeit immer wieder Aufmerksamkeit erregt, insbesondere da er der älteste amtierende Präsident in der Geschichte Brasiliens ist.
Notfallmaßnahmen im Jahr 2024 zur Behandlung und Vorbeugung von Kopfblutungen warfen ebenfalls Fragen zu seinem langfristigen Gesundheitszustand auf. Lula hatte sich bereits 2011 wegen Kehlkopfkrebs behandeln lassen.
Wahlkampf rückt näher
Die politische Aufmerksamkeit für Lulas Zustand kommt zu einem Zeitpunkt, da Brasilien einem weiteren Präsidentschaftswahlzyklus näher rückt.
Umfragen für eine mögliche Stichwahl sehen Lula derzeit in mehreren nationalen Erhebungen vor dem rechten Herausforderer Flávio Bolsonaro. Es wird weithin erwartet, dass Lula im Oktober eine vierte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit anstreben wird.
Anhänger aus Lulas politischem Lager haben versucht, Bedenken hinsichtlich der jüngsten Diagnose herunterzuspielen, während Regierungsvertreter weiterhin betonen, dass seine täglichen Aufgaben während der Behandlung unbeeinträchtigt bleiben.