Eine Welle ukrainischer Drohnenangriffe hat mehrere große Ölraffinerien in Zentralrussland gezwungen, die Produktion einzustellen oder zu reduzieren, was dem Energiesektor und der Kraftstofflieferkette Moskaus einen weiteren Schlag versetzt.
Branchenkreise teilten Reuters mit, dass die betroffenen Anlagen einen erheblichen Anteil an Russlands Benzin- und Dieselproduktion ausmachen, was den Druck auf den Kreml erhöht, während sich der Krieg hinzieht, berichtet Reuters.
Raffineriekapazität getroffen
Laut Reuters übersteigt die kombinierte Raffineriekapazität von Anlagen, die entweder den Betrieb eingestellt oder die Produktion stark reduziert haben, 83 Millionen metrische Tonnen jährlich.
Dies entspricht etwa einem Viertel der gesamten russischen Ölraffineriekapazität.
Die gestörten Anlagen produzieren schätzungsweise mehr als 30 % des russischen Benzins und rund 25 % der Dieselkraftstoffproduktion.
Das russische Energieministerium reagierte nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Schlüsselanlagen im Visier
Zu den Berichten zufolge betroffenen Anlagen gehören die Kirishi-Raffinerie in Westrussland, die Moskauer Raffinerie sowie Anlagen in Nischni Nowgorod, Rjasan und Jaroslawl.
Quellen zufolge ist die Kirishi-Raffinerie, eine der größten Verarbeitungsanlagen Russlands mit einer Jahreskapazität von 20 Millionen metrischen Tonnen, seit dem 5. Mai vollständig stillgelegt.
Eine weitere Großanlage, die NORSI-Raffinerie in Nischni Nowgorod, wurde Berichten zufolge am 20. Mai getroffen. Es bleibt unklar, ob der Betrieb dort mit reduzierter Kapazität fortgesetzt wurde.
Druck auf Moskau
Die Ukraine hat in diesem Jahr ihre Langstreckendrohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur intensiviert und zielt zunehmend auf Raffinerien, Lagerdepots und Pipelineanlagen ab.
Die Angriffe erhöhen den Druck auf die russischen Staatsfinanzen, die stark von Steuern aus Öl- und Gasexporten abhängen.
Reuters berichtete, dass Energieeinnahmen etwa ein Viertel der Einnahmen des russischen Bundeshaushalts ausmachen.
Die Angriffe haben auch zu Bedenken hinsichtlich der Kraftstoffversorgung innerhalb Russlands beigetragen, was Moskau veranlasste, ein temporäres Benzinexportverbot von April bis Juli einzuführen.
Wirtschaftliches Schlachtfeld
Kiew hat Angriffe auf russische Energieanlagen zunehmend als Teil einer umfassenderen Strategie dargestellt, die darauf abzielt, Moskaus Fähigkeit zur Kriegsfinanzierung zu schwächen.
Russische Beamte räumten eine wachsende Zahl ukrainischer Drohnenangriffe ein, die Industrie- und Energieinfrastruktur tief im Landesinneren zum Ziel haben.
Die jüngsten Störungen verdeutlichen, wie sich der Konflikt zunehmend über das Schlachtfeld hinaus in Russlands Wirtschafts- und Industriesektoren ausdehnt.
Quellen: Reuters