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Hitler-Code 88 sorgt für Streit in Fußball und Schule

Hitler-Code 88 sorgt für Streit in Fußball und Schule
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Eine Zahl, die auf Trikots oder Bildschirmen erscheint, sorgt erneut für Diskussionen. In unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen stellt sich die gleiche Frage: Wie sollen Institutionen mit Codes umgehen, die von Extremisten genutzt werden?

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Die Zahl 88 wird von Rechtsextremen als Chiffre für den Hitlergruß verwendet. Sicherheitsbehörden erklären dies mit dem Alphabet, in dem das H an achter Stelle steht.

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa), deren Meldung von der Zeit veröffentlicht wurde, betont der Verfassungsschutz, dass solche Codes Zugehörigkeit signalisieren können, rechtlich aber oft noch unterhalb der Strafbarkeit liegen.

Gerade deshalb geraten Vereine, Behörden und Schulen unter Druck. Sie müssen abwägen, ob Prävention notwendig ist oder ob Regeln zu weit in den normalen Gebrauch von Zahlen eingreifen.

Abstimmung im Fußball

Im Berliner Amateurfußball wurde diese Abwägung jüngst konkret. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete, lehnte die Mitgliederversammlung des Berliner Fußball-Verbands einen Antrag ab, die Trikotnummer 88 zu verbieten.

BFV-Präsident Bernd Schultz sagte gegenüber der dpa: „Es war bereits der zweite Antrag zu der Thematik, der nicht erfolgreich war.“ Gegner des Verbots verwiesen auf historische Bezüge, etwa beim Verein Germania 1888, dessen Name auf das Gründungsjahr zurückgeht.

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Gerd Thomas, Präsident des FC Internationale, zeigte sich nach der Entscheidung selbstkritisch. „Vielleicht waren sich die Antragsteller zu sicher, dass Ihr Anliegen durchgewinkt werde“, sagte er der dpa. Zugleich sprach er sich für ein Signal auf Bundesebene aus und erklärte: „Der DFB könnte mit der Anregung, die Trikotnummer nicht zu vergeben, ein Zeichen setzen.“

Klare Linie in Schulen

Deutlich weniger Spielraum sieht der Bildungsbereich in Österreich. Dort beschäftigt ein Fall aus dem Pinzgau die Justiz. Wie der ORF berichtet, soll ein Lehrer vor seiner Klasse beim Start seines Computers das Passwort „Heil Hitler 88“ angezeigt haben.

Der Pädagoge wurde entlassen und wehrt sich juristisch dagegen. Die Verhandlung beginnt am 23. Januar vor dem Arbeits- und Sozialgericht in Salzburg.

Im österreichischen Schuldienst gilt eine Null-Toleranz-Regel gegenüber Handlungen mit Bezug zur nationalsozialistischen Wiederbetätigung. Fachleute werten bereits die Zahl 88 allein als verdächtig. Entsprechend ist sie in Österreich seit Jahren auf Autokennzeichen nicht mehr zulässig.

Quellen: Die Zeit, dpa, ORF

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