Arbeiten von zu Hause verspricht Flexibilität, bringt aber auch Grauzonen mit sich. Wann endet die Arbeit, wann beginnt das Private? Eine aktuelle Umfrage wirft einen genaueren Blick auf den Arbeitsalltag in Europa.
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Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus zeigen sich dabei deutliche Unterschiede zwischen Ländern, Altersgruppen und persönlichen Einstellungen.
Die Umfrage wurde in fünf europäischen Ländern durchgeführt. Der folgende Überblick konzentriert sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Jung und locker
Am stärksten unterscheiden sich die Generationen. Rund 40 Prozent der Beschäftigten unter 30 Jahren nutzen laut der Umfrage im Homeoffice täglich mehr als eine Stunde für nicht-berufliche Tätigkeiten.
Auch im Büro vermischen sie Arbeit und Privates öfter als ältere Kolleginnen und Kollegen, wenn auch in geringerem Ausmaß als zu Hause.
Ob dies auf effizienteres Arbeiten oder andere Prioritäten zurückzuführen ist, geht aus der Umfrage nicht hervor. Klar ist jedoch, dass flexible Grenzen für Jüngere selbstverständlicher sind.
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Zwischen Männern und Frauen zeigen sich dagegen kaum Unterschiede. Beide Geschlechter nutzen laut der Umfrage ihre Arbeitszeit in ähnlichem Umfang für private Zwecke.
Disziplin im Alltag
Deutschland und die Schweiz gelten im Vergleich als besonders zurückhaltend. In Deutschland gibt knapp ein Drittel der Erwerbstätigen an, im Homeoffice ausschließlich beruflichen Tätigkeiten nachzugehen. Auch am Arbeitsplatz vor Ort zeigen sich deutsche Beschäftigte vergleichsweise diszipliniert.
Die Schweiz fällt vor allem durch kurze Ablenkungszeiten auf. Mehr als acht von zehn Personen verbringen im Büro höchstens 30 Minuten täglich mit Privatem, im Homeoffice sind es rund sieben von zehn.
Private Unterbrechungen bestehen dort häufig aus kurzen Pausen oder dem Konsum von Nachrichten.
Österreichs Zwiespalt
Österreich liegt zwischen seinen Nachbarn. Private Anrufe oder Essen während der Arbeitszeit sind verbreiteter als in der Schweiz, bleiben aber meist zeitlich begrenzt.
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Auffällig ist vor allem die moralische Bewertung. Österreicherinnen und Österreicher geben im Vergleich häufiger an, wegen privater Tätigkeiten während der Arbeitszeit ein schlechtes Gewissen zu haben.
Rund ein Drittel berichtet, zumindest gelegentlich unter diesem Gefühl zu leiden.
Pause oder Problem
In Deutschland und der Schweiz ist die innere Belastung geringer. Etwa jede vierte Person empfindet private Arbeitsunterbrechungen als unangenehm.
Die YouGov-Umfrage im Auftrag von Galaxus macht keine Aussagen zur Produktivität. Andere Studien deuten jedoch darauf hin, dass kurze private Pausen Stress reduzieren und zur Zufriedenheit beitragen können.
Ob notwendiger Ausgleich oder Regelverstoß – die Bewertung bleibt individuell.
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Quelle: Umfrage von YouGov im Auftrag von Galaxus