Honda hat seinen ersten Jahresverlust seit 1955 gemeldet, nachdem die globale Automobilindustrie ihre Investitionen in Elektrofahrzeuge drastisch zurückgefahren hat.
Der japanische Automobilhersteller teilte mit, dass Milliarden von US-Dollar, die mit seiner Elektrofahrzeugstrategie verbunden waren, aus seiner Bilanz gestrichen wurden, da eine schwächere Nachfrage und politische Änderungen in den Vereinigten Staaten die Hersteller zwangen, ihre Expansionspläne zu überdenken, berichtet CNN.
EV-Abschwung
CNN berichtete, dass Automobilhersteller stark in Elektrofahrzeuge investiert hatten, wobei sie strengere US-Emissionsvorschriften und stärkere staatliche Anreize erwarteten.
Diese Strategie änderte sich, nachdem die Trump-Regierung die Emissionsstandards zurückgenommen und eine staatliche Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für Käufer von Elektrofahrzeugen beendet hatte.
Laut CNN sanken die Verkäufe von Elektrofahrzeugen nach Ablauf des Anreizes erheblich, während höhere Benzinpreise keinen größeren Wandel hin zu Elektroautos bei den amerikanischen Verbrauchern auslösen konnten.
Hohe Verluste
Honda gab an, im Geschäftsjahr, das im März endete, eine Belastung von 1,6 Billionen Yen verzeichnet zu haben, was umgerechnet fast 10 Milliarden US-Dollar entspricht.
Ohne die Abschreibung hätte das Unternehmen einen Gewinn in Milliardenhöhe ausgewiesen, verbuchte stattdessen jedoch einen Nettoverlust von 403,3 Milliarden Yen oder rund 2,6 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen warnte zudem, dass in diesem Jahr weitere Belastungen im Zusammenhang mit Elektrofahrzeug-Investitionen erwartet werden, obwohl Honda erklärte, dass diese voraussichtlich nicht zu einem weiteren Jahresverlust führen werden.
Branchenweiter Druck
Honda ist nicht das einzige Unternehmen, das von früheren Elektrofahrzeug-Ambitionen abrückt.
General Motors hatte zuvor eine Belastung von 7,2 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit der Reduzierung seiner Elektrofahrzeug-Aktivitäten offengelegt, während Ford eine Belastung von 17,4 Milliarden US-Dollar meldete und Stellantis Verluste im Zusammenhang mit einer Abschreibung von 25,4 Milliarden Euro bekannt gab.
Laut CNN beendeten Ford und Stellantis das Jahr 2025 mit Nettoverlusten, die teilweise auf die Reduzierung von Elektrofahrzeugprogrammen zurückzuführen waren.
Benzinfahrzeuge kehren zurück
Automobilhersteller haben ihre Aufmerksamkeit zunehmend wieder auf benzinbetriebene SUVs und Pick-up-Trucks verlagert, die weiterhin höhere Gewinne erzielen.
Unternehmen halten jedoch weiterhin an einigen Elektrofahrzeug-Investitionen fest, aufgrund strengerer Emissionsvorschriften in Europa und Asien sowie Vorschriften in Staaten wie Kalifornien.
Hersteller bleiben zudem wachsam angesichts der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Automobilhersteller, von denen sich viele stark auf Elektrofahrzeuge konzentrieren.
Quellen: CNN, Honda, General Motors, Ford, Stellantis