Eine neue Langzeitstudie lenkt die Aufmerksamkeit auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Koffein und der Gesundheit des Gehirns.
Forscher sagen, dass regelmäßiger Konsum mit einem geringeren Demenzrisiko in Verbindung stehen könnte, auch wenn zentrale Fragen offen bleiben, berichtet CBS News.
Studienergebnisse
Eine groß angelegte Analyse hat ergeben, dass Menschen, die koffeinhaltigen Kaffee oder Tee trinken, im Laufe der Zeit möglicherweise seltener an Demenz erkranken.
Laut CBS News wurden in der Studie mehr als 131.000 Teilnehmer über mehrere Jahrzehnte hinweg beobachtet, wobei über 11.000 Demenzfälle registriert wurden.
Die Forscher stellten fest, dass Personen mit einem höheren Konsum von koffeinhaltigem Kaffee ein um 18 % geringeres Risiko hatten als jene, die wenig oder keinen Kaffee tranken.
Die Ergebnisse deuteten zudem auf ein geringeres Maß an kognitivem Abbau bei regelmäßigen Kaffeetrinkern hin.
Konsummengen
Die Resultate zeigten, dass ein moderater Konsum die stärkste Verbindung mit einem verringerten Risiko aufwies.
Laut CBS News war der Konsum von zwei bis drei Tassen koffeinhaltigem Kaffee täglich oder ein bis zwei Tassen Tee mit den deutlichsten Unterschieden verbunden.
„Ein höherer Konsum von koffeinhaltigem Kaffee war signifikant mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden“, schrieben die Forscher.
Entkoffeinierter Kaffee zeigte in den Daten jedoch keinen vergleichbaren Zusammenhang.
Vorsicht der Experten
Gesundheitsexperten warnten davor, die Ergebnisse als Beweis dafür zu interpretieren, dass Koffein Demenz verhindert.
Dr. Céline Gounder sagte, die Resultate sollten „mit großer Vorsicht“ betrachtet werden.
„Studien wie diese treiben mich in den Wahnsinn“, sagte sie.
Laut CBS News betonte sie, dass die Forschung eine Korrelation und keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zeige.
Weitere Faktoren
Forscher und Experten wiesen darauf hin, dass zusätzliche Variablen die Ergebnisse beeinflussen könnten.
Laut CBS News könnten Faktoren wie Vorerkrankungen oder Lebensstilentscheidungen sowohl den Koffeinkonsum als auch das Demenzrisiko beeinflussen.
Einige Menschen vermeiden Koffein aufgrund medizinischer Probleme, die bereits mit einem höheren Demenzrisiko verbunden sind, was die Ergebnisse erschwert.
Die Autoren der Studie erklärten, dass weitere Forschung erforderlich sei, um den Zusammenhang zu bestätigen.
Empfehlungen zur Prävention
Trotz der Ergebnisse empfehlen Experten, sich auf bewährte Maßnahmen zur Verringerung des Demenzrisikos zu konzentrieren.
„Was sollten Sie also tun, um Demenz vorzubeugen? Sport treiben, die Ernährung verbessern, auf das Gewicht achten“, sagte Gounder.
Sie fügte hinzu, dass auch die Überwachung der Hörgesundheit eine Rolle spielen könne.
Während die Forschung die laufende Diskussion ergänzt, betonen Fachleute, dass umfassende Lebensgewohnheiten weiterhin der verlässlichste Ansatz bleiben.
Quellen: CBS News