Startseite Nachrichten Kreml gerät in Wut, als historischer Verbündeter mit Europa flirtet

Kreml gerät in Wut, als historischer Verbündeter mit Europa flirtet

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Sich von einem mächtigen Nachbarn zu lösen, ist selten ein reibungsloser Prozess.

Wenn eine kleinere Nation beschließt, auf der globalen Bühne neue Freunde zu suchen, können alte Allianzen über Nacht zerbrechen. Ein dramatischer diplomatischer Abzug hat gerade gezeigt, wie schnell regionale Partnerschaften abkühlen können.

Moskau hat seinen Top-Diplomaten offiziell aus Armenien abgezogen, nachdem es zu einem heftigen Streit über die zukünftige Ausrichtung des Landes gekommen war. Dieser Schritt markiert einen schwerwiegenden Bruch in den Beziehungen zwischen den beiden historischen Verbündeten. Das russische Außenministerium gab den Abzug am Samstag bekannt.

Die Entscheidung ist das Ergebnis einer zunehmenden Annäherung zwischen dem südkaukasischen Staat und Westeuropa. Vertreter in Moskau haben ihren tiefen Unmut über den diplomatischen Kurswechsel zum Ausdruck gebracht, berichtet die Moscow Times.

Ein plötzlicher Abzug

Das Ministerium veröffentlichte eine offizielle Erklärung, in der der Abzug von Botschafter S. Kopyrkin erläutert wurde. Laut The Moscow Times hieß es in der Erklärung: „Der russische Botschafter in der Republik Armenien, S. Kopyrkin, wurde zu Konsultationen nach Moskau zurückberufen, um die Schritte der armenischen Führung zur Annäherung an die Europäische Union zu besprechen, die somit die Zusammenarbeit innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion untergraben.“

Dieser diplomatische Konflikt folgt auf einen angespannten regionalen Gipfel in Kasachstan. Während der Veranstaltung nutzte der russische Präsident Wladimir Putin scharfe historische Vergleiche, um Armenien vor einer engeren Bindung an Brüssel zu warnen. Er beschwor in seiner Rede explizit das, was er als „ukrainisches Szenario“ bezeichnete.

Der russische Staatschef möchte, dass das Land über seinen finanziellen Weg abstimmt. Er drängte darauf, „so bald wie möglich“ einen Termin festzulegen, und bestand darauf, dass eine Wahl zwischen Europa und Moskau getroffen werden müsse. Er behauptete, es sei „unmöglich, die beiden zu versöhnen“.

Wirtschaftlicher Druck

Die Spannungen haben sich schon länger aufgebaut. Im Jahr 2023 spitzten sich die Spannungen zu, als Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach übernahm. Armenien warf russischen Friedenstruppen vor, die Offensive nicht gestoppt zu haben, und fror später seine Rolle in einem von Moskau geführten Sicherheitsblock ein.

Nun setzt der Kreml Handelsbeschränkungen ein, um vor den entscheidenden Parlamentswahlen im nächsten Monat Druck auszuüben. Russland hat kürzlich verschiedene armenische Waren verboten, darunter Blumen, landwirtschaftliche Erzeugnisse und alkoholische Produkte. Offizielle begründeten dies mit Gesundheitsverstößen, doch Analysten sehen darin einen koordinierten Versuch, die Abstimmung zu beeinflussen.

Auch Energie ist zu einer wichtigen Waffe in dem Streit geworden. Moskau drohte, ein Abkommen aus dem Jahr 2013 aufzuheben, das Armenien zollfreien Zugang zu Erdgas und Öl gewährt.

Die wirtschaftlichen Drohungen haben die Meinung in der Hauptstadt nicht geändert. Premierminister Nikol Paschinjan wies die Energiewarnungen zurück. Er argumentierte, dass ein Beitritt zu Europa letztendlich weitaus größere finanzielle Vorteile bringen würde als alle Verluste, die durch teuren russischen Brennstoff entstehen.

Quellen: The Moscow Times