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Kuba meldet vollständigen Treibstoffmangel

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Kubas Regierung erklärt, das Land habe seine Diesel- und Heizölvorräte erschöpft, was eine landesweite Energiekrise vertiefe, die zu weitreichenden Stromausfällen, wirtschaftlichen Störungen und seltenen öffentlichen Protesten geführt habe.

Die Ankündigung erfolgt, während sich die Spannungen zwischen Havanna und Washington aufgrund von US-Sanktionen und Treibstoffbeschränkungen gegen den kommunistisch regierten Inselstaat verschärfen.

Treibstoffreserven erschöpft

Nach Angaben der BBC erklärte der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy, dass das Land nun „absolut keinen“ Diesel oder Heizöl mehr habe.

Gegenüber staatlichen Medien beschrieb der Minister Kubas Energiesystem als „kritisch“ und sagte, dass nur noch begrenzte Mengen Gas aus heimischen Quellen verfügbar seien.

„Die Summe der verschiedenen Treibstoffarten: Rohöl, Heizöl, davon haben wir absolut nichts; Diesel, davon haben wir absolut nichts“, sagte er laut BBC.

Reuters und andere Medien berichteten, dass Teile Havannas täglich zwischen 20 und 22 Stunden andauernde Stromausfälle erleben.

Proteste in Havanna

Die sich verschärfenden Engpässe haben eine wachsende öffentliche Wut ausgelöst.

Laut Reuters protestierten am Mittwochabend Hunderte Menschen in Havanna, blockierten Straßen, verbrannten Müll und riefen regierungskritische Parolen.

Bewohner des Stadtteils San Miguel del Padrón seien dabei gehört worden, wie sie „Schaltet die Lichter an!“ riefen, berichtete AFP.

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel machte für die Krise eine von den Vereinigten Staaten verhängte „genozidale Energieblockade“ verantwortlich, wie er es nannte.

„Diese dramatische Verschlechterung hat eine einzige Ursache“, schrieb er laut BBC in den sozialen Medien.

US-Druck nimmt zu

Kuba war traditionell auf Treibstoffimporte aus Venezuela und Mexiko angewiesen, doch die Lieferungen sind stark zurückgegangen, nachdem die Trump-Regierung Ländern, die Öl auf die Insel lieferten, Zölle angedroht hatte.

Die BBC berichtete, die USA hätten ein Angebot von 100 Millionen US-Dollar an humanitärer Hilfe im Austausch für „bedeutende Reformen“ des politischen Systems Kubas erneuert.

Washington erklärte, die Hilfe werde über humanitäre Organisationen und die katholische Kirche verteilt, obwohl kubanische Beamte ähnliche Vorschläge zuvor abgelehnt hätten.

Die Energiekrise hat Krankenhäuser, Schulen, den Tourismus und den öffentlichen Nahverkehr auf der gesamten Insel beeinträchtigt, wobei Beamte warnen, die Lage bleibe „extrem angespannt“.

Quellen: BBC, Reuters, AFP