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Lawrow sieht keine rosige zukunft für die wirtschaftlichen beziehungen zwischen den USA und Russland

Sergei Lavrov
lev radin / Shutterstock.com

Russland erklärt, es bleibe formal offen für eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, doch die Erwartungen an eine nennenswerte wirtschaftliche Wiederbelebung seien gering.

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Moskaus oberster Diplomat argumentiert, dass Washingtons übergeordnete strategische Ziele kaum Spielraum für einen echten Neuanfang lassen, selbst während Gespräche über ein Ende des Krieges in der Ukraine fortgesetzt werden, berichtet Reuters.

Skepsis aus Moskau

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, er sehe trotz amerikanischer Bemühungen um ein Ende des Krieges in der Ukraine keine „rosige Zukunft“ für die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Seine Äußerungen wurden am Montag in einem Interview mit TV BRICS veröffentlicht, wie Reuters berichtet.

Lawrow erklärte, Russland lehne Zusammenarbeit grundsätzlich nicht ab, zweifle jedoch an den Absichten Washingtons. Er verwies auf das aus seiner Sicht erklärte Streben der USA nach „wirtschaftlicher Dominanz“ als zentrales Hindernis für den Wiederaufbau von Vertrauen.

Gemischte Signale bei den Beziehungen

Einige russische Regierungsvertreter hatten zuvor angedeutet, dass eine Friedensregelung in der Ukraine den Weg für eine Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen ebnen könnte. Kreml-Sondergesandter Kirill Dmitrijew sprach laut Reuters öffentlich über die Möglichkeit erneuter Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten im Rahmen eines umfassenderen Abkommens.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte die Idee einer Wiederbelebung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Moskau ins Spiel gebracht. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus empfing Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf US-amerikanischem Boden und sprach über mögliche Kooperationen.

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Sanktionen zeigen Wirkung

Lawrow stellte diesen Signalen die Maßnahmen Washingtons gegenüber. Er wies darauf hin, dass die Vereinigten Staaten zusätzliche Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verhängt hätten, der weiterhin eine zentrale Rolle für die russische Wirtschaft spielt.

Nach Angaben von Reuters wertet Moskau diese Schritte als weiteren Beleg dafür, dass die US-Politik ungeachtet diplomatischer Gesten im Zusammenhang mit Friedensgesprächen grundsätzlich feindselig bleibe.

BRICS-Faktor

Lawrow hob zudem die Haltung Washingtons gegenüber der BRICS-Gruppe hervor, zu der Russland, China, Indien, Brasilien und weitere große Schwellenländer gehören. Der US-Widerstand gegen den Block habe Russlands Bemühungen erschwert, die wirtschaftliche Zusammenarbeit jenseits des Westens auszubauen.

„Die Amerikaner schaffen auf diesem Weg selbst künstliche Hindernisse“, sagte Lawrow in dem Interview.

Abwendung nach anderswo

Infolgedessen werde Russland dazu gedrängt, die Beziehungen zu nichtwestlichen Partnern zu vertiefen, argumentierte Lawrow. „Wir sind schlicht gezwungen, zusätzliche, geschützte Wege zu suchen, um unsere finanziellen, wirtschaftlichen, logistischen und anderen Projekte mit den BRICS-Staaten zu entwickeln“, sagte er.

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Die Äußerungen unterstreichen Moskaus wachsende Betonung alternativer wirtschaftlicher Rahmenwerke, während die Beziehungen zu Washington angespannt bleiben.

Quellen: Reuters