Der ukrainische Ministerpräsident sagte nicht, welche Teile der Industrie nun über die Landesgrenzen hinaus tätig werden wollen.
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Ukraine bewegt sich auf eine neue Phase ihrer Kriegswirtschaft zu – eine Phase, in der im Inland produzierte Waffen künftig ausländische Märkte erreichen könnten.
Regierungsvertreter betonen, dass es bei diesem Wandel nicht nur um Exporte geht, sondern um eine Neudefinition der Rolle der Ukraine innerhalb westlicher Verteidigungsnetzwerke.
Wachsende Unabhängigkeit
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 8. Februar auf Telegram, dass Teile der ukrainischen Rüstungsindustrie ein Maß an Selbstständigkeit erreicht hätten, das es dem Land ermögliche, mit dem Export militärischer Produkte zu beginnen.
Laut The Kyiv Independent kündigte er Pläne an, im Jahr 2026 zehn militärische Exportzentren in Nordeuropa und den baltischen Staaten zu eröffnen. Damit signalisiere Kiew seine Absicht, sich enger in die Verteidigungsindustrien der Verbündeten zu integrieren.
Selenskyj nannte keine konkreten Waffensysteme, die exportiert werden sollen, stellte den Schritt jedoch als natürliche Folge der im Verlauf des Krieges aufgebauten heimischen Produktionskapazitäten dar.
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Vorstoß zur gemeinsamen Produktion
Selenskyj sagte, die Ukraine werde ab Mitte Februar 2025 mit der gemeinsamen Produktion ukrainischer Drohnen in Deutschland beginnen und damit die Zusammenarbeit mit einem wichtigen europäischen Partner ausbauen.
Zudem bestätigte er, dass die Ukraine und das Vereinigte Königreich bereits gemeinsame Produktionslinien auf britischem Staatsgebiet eröffnet hätten, wodurch ukrainische Technologie weiter in westliche Fertigungsstrukturen eingebunden werde.
Diese Partnerschaften sollen kampferprobte ukrainische Entwicklungen mit westlicher industrieller Kapazität und Finanzierung verbinden.
Langfristige Strategie
Die Ukraine begann bereits 2023, eine eigenständige Rüstungsindustrie aufzubauen, um die Abhängigkeit von ausländischen Waffenlieferungen schrittweise zu verringern.
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Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) waren westliche sicherheits- und finanzpolitische Unterstützungsleistungen entscheidend für die Umsetzung dieses Vorhabens.
Das ISW kam Anfang 2024 zu der Einschätzung, dass die Ukraine noch mehrere Jahre auf umfangreiche westliche Militärhilfe angewiesen sein werde, bevor eine vollständige Selbstständigkeit erreicht werden könne.
Ukrainische Exporte und Vereinbarungen zur gemeinsamen Produktion gelten als gegenseitig vorteilhaft, da westliche Staaten aus den Erfahrungen der Ukraine im Kampf in einem hochintensiven, technologisch geprägten Konflikt lernen können.
Quellen: Aussagen von Wolodymyr Selenskyj auf Telegram, Kyiv Independent, Institute for the Study of War