Eine Untersuchung hat Investitionen in Unternehmen analysiert, die umfangreiche Militäraufträge erhalten. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen der Zeitpunkt dieser Beteiligungen sowie die frühere Tätigkeit der Unternehmen für Bundesbehörden.
Die meisten der 15 Unternehmen, die in einer Untersuchung der Washington Post analysiert wurden, hatten bereits Aufträge für Bundesbehörden ausgeführt, bevor Fonds mit Verbindungen zu Donald Trump Jr. und Eric Trump in sie investierten.
Zehn der Unternehmen verfügten bereits über Regierungsaufträge oder andere Tätigkeiten für Bundesbehörden, darunter acht, die während der Präsidentschaft von Joe Biden Aufträge erhielten. Die meisten der mit den Brüdern verbundenen Investitionen erfolgten jedoch Berichten zufolge erst, nachdem ihr Vater die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen hatte.
Diese früheren Geschäftsbeziehungen zeigen, dass viele der Unternehmen bereits etablierte Auftragnehmer der US-Regierung waren, bevor die Trump-Familie involviert wurde. Die Untersuchung konzentrierte sich stattdessen auf den Zeitpunkt der Investitionen, den Umfang der Bundesaufträge der Unternehmen sowie auf Donald Trump Jr.s Kontakte zu Vertretern des Verteidigungsministeriums.
Die Investitionen wurden hauptsächlich über zwei Unternehmen getätigt. Donald Trump Jr. ist Partner bei 1789 Capital, während Eric Trump sich als passiven Investor bei American Ventures bezeichnet hat, einer Investmentgesellschaft mit Verbindungen zu Dominari Holdings.
Die Washington Post berichtete, dass keiner der Brüder vor seinem Engagement in Unternehmen, die Aufträge des Pentagons und anderer Bundesbehörden anstrebten, nennenswerte Erfahrung im Bereich der Verteidigungstechnologie hatte. Die Brüder und ihre Investmentpartner bezeichneten ihre Strategie als „patriotischen Kapitalismus“ und argumentierten, die Vereinigten Staaten müssten ihre heimischen Kapazitäten in den Bereichen Drohnen, Robotik und andere strategische Technologien stärken.
Von der Zeitung kontaktierte Unternehmen erklärten, sie hätten ihre Bundesaufträge über etablierte Vergabeverfahren und ohne Unterstützung durch die Familie des Präsidenten erhalten. Einige Führungskräfte gaben an, die Brüder kaum zu kennen oder ihnen nur wenige Male begegnet zu sein.
Die frühere Tätigkeit für Bundesbehörden stützt die Darstellung der Unternehmen, dass viele bereits etablierte Auftragnehmer waren, bevor die Investitionen erfolgten. Diese Unterlagen allein beantworten jedoch nicht die Frage, ob das spätere Engagement der Brüder die Sichtbarkeit der Unternehmen, ihren Zugang zu Investoren oder ihre Beziehungen zu Regierungsvertretern beeinflusst hat.
Die zentrale Frage der Untersuchung ist daher nicht, ob jeder einzelne Auftrag auf familiäre Verbindungen zurückzuführen war. Vielmehr geht es darum, ob private Investitionen tatsächliche oder wahrgenommene Interessenkonflikte schufen, während der Vater der Brüder die Exekutive kontrollierte und höhere Verteidigungsausgaben vorantrieb.
Unternehmen erhielten Bundesaufträge in Milliardenhöhe
Nach Angaben der Washington Post erzielten die Unternehmen nach den mit Trump verbundenen Investitionen mindestens 3,2 Milliarden US-Dollar an direkten Bundesaufträgen. Der Großteil entfiel auf das Verteidigungsministerium, wenngleich auch andere Bundesbehörden Aufträge vergaben.
SpaceX und Anduril machten 97 Prozent der direkten staatlichen Finanzierung aus, die in die Gesamtsumme der Zeitung einfloss.
Ohne diese beiden Unternehmen erhielten die übrigen 13 Firmen nach den Investitionen rund 103 Millionen US-Dollar an direkter staatlicher Finanzierung sowie langfristige Bundeszusagen im Wert von fast 1,8 Milliarden US-Dollar.
Darüber hinaus verfügten die Unternehmen über garantierte künftige Vertragsoptionen im Wert von rund 3,1 Milliarden US-Dollar. Diese Optionen stellen vertraglich zugesicherte Möglichkeiten im Rahmen bestehender Vereinbarungen dar und keine Gelder, die den Unternehmen bereits ausgezahlt wurden.
Einige der Unternehmen wurden zudem auf Listen vorab zugelassener Auftragnehmer aufgenommen, die sich im Rahmen von Programmen mit einem Gesamtvolumen von annähernd 200 Milliarden US-Dollar um Aufträge bewerben konnten.
Diese Obergrenzen stellen den maximalen Wert gemeinsamer Beschaffungsprogramme dar. Sie sind weder garantierte Aufträge noch bestätigte Einnahmen oder persönliche Einkünfte von Donald Trump Jr. oder Eric Trump.
Zehn der 15 Unternehmen waren bereits für Bundesbehörden tätig, bevor die Brüder investierten. Fünf erhielten ihre ersten Bundesaufträge erst nach den Investitionen und während Donald Trump Präsident war.
Auch die Verteilung der gemeldeten Mittel ist von Bedeutung. Obwohl sich die Gesamtsummen auf Milliarden belaufen, entfiel der größte Teil der direkten staatlichen Mittel auf SpaceX und Anduril, anstatt gleichmäßig auf das gesamte Portfolio verteilt zu sein.
Unternehmen weisen Vorwürfe einer Bevorzugung zurück
Unternehmen, die auf Anfragen der Washington Post reagierten, erklärten, ihre Aufträge seien aufgrund der Qualität ihrer Produkte und im Rahmen strenger staatlicher Vergabeverfahren vergeben worden.
Der Pentagon-Sprecher Joel Valdez erklärte, „kein Unternehmen erhält eine Vorzugsbehandlung“, und Investoren, politische Beziehungen oder andere externe Verbindungen hätten bei den Finanzierungsentscheidungen des Ministeriums keine Rolle gespielt.
Ein Sprecher von Donald Trump Jr. erklärte, dieser habe nicht im Namen von Unternehmen, an denen er beteiligt sei oder für die er als Berater tätig gewesen sei, mit der Bundesregierung kommuniziert.
Eine mit 1789 Capital vertraute Person erklärte der Zeitung zudem, Trump Jr. habe dem Investitionsausschuss des Unternehmens nicht angehört und daher keine formelle Rolle bei den Investitionsentscheidungen gespielt.
Einige Unternehmenschefs räumten dennoch ein, dass eine Verbindung zur Trump-Familie wirtschaftliche Vorteile bringen könne, die nichts mit dem eigentlichen Vergabeverfahren zu tun hätten.
Allan Evans, Vorstandsvorsitzender des Drohnenunternehmens Unusual Machines, erklärte, das Engagement von Trump Jr. habe die Sichtbarkeit des Unternehmens erhöht und dessen Profil an der Börse gestärkt. Evans sagte, er wisse nicht, ob Trump Jr. eine Rolle bei den späteren Erfolgen des Unternehmens gespielt habe, und er habe ihn niemals um Gefälligkeiten gebeten.
Dieses Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen der Beeinflussung eines staatlichen Auftrags und der Verschaffung größerer öffentlicher Aufmerksamkeit, eines stärkeren Investoreninteresses oder eines besseren Zugangs zu einflussreichen Netzwerken.
Verteidigungsausgaben nehmen zu
Die in der Untersuchung beschriebenen Ausgaben des Pentagons erfolgen im Rahmen umfassender Bemühungen, militärische Ausrüstung zu modernisieren, die heimische Produktion auszubauen und den Einsatz neuer Technologien zu erweitern.
Dieser Wandel begann bereits unter der Biden-Regierung, hat sich unter Präsident Trump jedoch beschleunigt – insbesondere in Bereichen wie Drohnen, Robotik, künstlicher Intelligenz und anderen Technologien für die moderne Kriegsführung.
Die Regierung hat zudem Maßnahmen ergriffen, die heimischen Drohnenherstellern zugutekommen, darunter Beschränkungen, die neue in China hergestellte Drohnen betreffen, sowie politische Maßnahmen, die Bundesbehörden dazu anhalten sollen, die Erprobung und Kommerzialisierung amerikanischer Technologien zu beschleunigen.
Befürworter argumentieren, diese Maßnahmen seien eine Reaktion auf Chinas Dominanz auf dem kommerziellen Drohnenmarkt sowie auf die Lehren aus jüngsten Konflikten, darunter der umfassende Einsatz von Drohnen in der Ukraine.
Kritiker hingegen sehen in den Investitionen der Trump-Familie ethische Probleme, da einige derselben Unternehmen finanziell von den politischen Maßnahmen der Regierung profitieren könnten.
Weißes Haus weist Vorwürfe von Interessenkonflikten zurück
Das Weiße Haus bestritt, dass die Investitionen zu unzulässigen Interessenkonflikten geführt hätten.
„Dies ist dieselbe abgenutzte Erzählung, die die Demokraten seit einem Jahrzehnt gegen Präsident Trump, seine Familie und seine Regierung verbreiten“, erklärte Sprecherin Anna Kelly in einer Stellungnahme.
„Es gibt keine Interessenkonflikte.“
Mit ihrer Antwort wies sie die ethischen Vorwürfe zurück, bestritt jedoch weder die gemeldeten Vertragssummen noch den Zeitpunkt der Investitionen oder die begrenzte Erfahrung der Brüder im Bereich der Verteidigungstechnologie vor ihrem Einstieg in den Sektor.
Die Washington Post zitierte zudem Ethikexperten sowie demokratische Kongressabgeordnete, die erklärten, die Konstruktion könne das Vertrauen in die öffentliche Auftragsvergabe untergraben, selbst wenn es keine Belege dafür gebe, dass ein konkreter Auftrag unzulässig beeinflusst worden sei.
Trump Jr.s Kontakte zum Pentagon geraten unter Beobachtung
Donald Trump Jr.s Kontakte zu Vertretern des Verteidigungsministeriums bildeten einen weiteren Schwerpunkt der Untersuchung.
Auf einer Investorenkonferenz im Jahr 2025 erklärte er, er habe „an Teilen der Botschaft [des Ministeriums] mitgewirkt“.
Trump Jr. sagte außerdem in seinem Podcast, dass er bei der Unterstützung von Verteidigungsminister Pete Hegseth bei Personalentscheidungen nach Kandidaten gesucht habe, die wollten, dass das Pentagon mehr Geld für Drohnen ausgibt.
Die Washington Post legte keine Belege dafür vor, dass Trump Jr. die Vergabe eines bestimmten Auftrags gelenkt oder beeinflusst habe.
Seine Beteiligung an Diskussionen über die Kommunikation des Pentagons, Personalfragen und Prioritäten bei den Verteidigungsausgaben liefert jedoch zusätzlichen Kontext für die kritische Betrachtung von Investitionen, die mit einer Regierung verbunden sind, welche die militärische Produktion ausweitet und die Beschaffung im Verteidigungsbereich beschleunigt.
Die Untersuchung zeichnet damit ein komplexeres Bild als das eines direkten Austauschs von politischem Einfluss gegen staatliche Aufträge.
Viele der Unternehmen verfügten bereits über Bundesaufträge, bevor die Brüder involviert waren. Einige erhielten ihre ersten Aufträge erst nach den Investitionen und nachdem Donald Trump ins Amt zurückgekehrt war. Mehrere Unternehmen erklärten, die Familie habe bei ihrem Erfolg im Vergabeverfahren keine Rolle gespielt, während zumindest ein Unternehmenschef einräumte, dass das Engagement von Trump Jr. die Sichtbarkeit seines Unternehmens erhöht habe.
Offen bleiben Fragen zu den genauen Eigentümerstrukturen, den finanziellen Erträgen der Brüder sowie dazu, ob einzelne Unternehmen nach den Investitionen Vorteile erhielten.
Quelle: The Washington Post