Noch ist unklar, welche Kette von Ereignissen zu dem schweren Zugunglück in Südspanien am Sonntagabend führte. Sicher ist jedoch, dass der Vorfall weit über die Unglücksstelle hinaus wirkt und zentrale Fragen zur Sicherheit des Hochgeschwindigkeitsverkehrs aufwirft.
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Wie ZDFheute unter Berufung auf dpa und Reuters berichtet, kamen nach Angaben der spanischen Polizei mindestens 21 Menschen ums Leben. Rund 100 weitere wurden verletzt, mehrere davon schwer.
Der Unfall ereignete sich nahe Adamuz bei Córdoba, wo zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten und entgleisten. Die Ursache ist bislang ungeklärt.
Bei Bahnunfällen dieser Größenordnung prüfen Ermittler in der Regel mehrere Faktoren, darunter Signaltechnik, technische Defekte, menschliches Versagen und den Zustand der Infrastruktur. Offizielle Ergebnisse liegen bisher nicht vor.
Bedeutung der Strecke
Die Strecke zwischen Madrid und Andalusien gehört zu den stark frequentierten Fernverbindungen Spaniens und wird von unterschiedlichen Reisendengruppen genutzt.
Nach dem Unglück wurde der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Richtung Süden vorerst eingestellt. Laut den deutschsprachigen Costa-Nachrichten bleibt der Betrieb „bis auf Weiteres“ ausgesetzt, wie ZDFheute berichtet.
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Rettung und Chaos
Rettungskräfte arbeiteten bis in die Nacht an der Unfallstelle, die laut Zivilschutz schwer zugänglich war. Anwohner brachten Decken und Wasser, berichtete der Sender Canal Sur.
Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen in den Zügen. Mehrere Waggons seien entgleist, Passagiere hätten sich teilweise selbst befreien müssen, meldeten spanische Medien unter Berufung auf Betroffene.
Das Spanische Rote Kreuz richtete in Adamuz ein Hilfszentrum für Verletzte und Angehörige ein.
Reaktionen gebündelt
Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, er verfolge die Lage „mit großer Aufmerksamkeit“, wie ZDFheute berichtet.
Auch die spanische Königsfamilie äußerte ihr Mitgefühl. „Wir sprechen den Angehörigen und Liebsten der Verstorbenen unser tiefstes Beileid aus und wünschen den Verletzten von Herzen eine schnelle Genesung.“
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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf X, sie verfolge „die schrecklichen Nachrichten“ aus der Region Córdoba.
Quellen: dpa, Canal Sur, Costa-Nachrichten, Reuters, ZDFheute