Startseite Nachrichten Nach „systemischem Versagen“: Schweden reformiert Spionageabwehr gegen Russland

Nach „systemischem Versagen“: Schweden reformiert Spionageabwehr gegen Russland

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Jeppe Gustafsson / Shutterstock.com

Schweden hat sich an Ländern wie Estland orientiert, um einen brandneuen Nachrichtendienst zu schaffen, der russische Feindseligkeiten besser bekämpfen kann.

Russlands Aggression hat nicht nur die Ukraine betroffen. Länder, die dem Regime nahestehen, beeilen sich, neue Verteidigungsmaßnahmen zu ergreifen.

Eines dieser Länder ist Schweden. Es hat soeben ein völlig neues Verteidigungssystem geschaffen, um Russland taktisch zu bekämpfen.

Doch Kritiker schlagen Alarm.

Eine neue Behörde

Schweden hat offiziell den Weg für einen brandneuen Auslandsgeheimdienst namens UND freigemacht. Die Behörde, die dem Außenministerium untersteht, wird zivile Aufgaben übernehmen, die zuvor vom militärischen Nachrichtendienst MUST wahrgenommen wurden.

Die Entscheidung folgt einer Überprüfung aus dem Jahr 2025, die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Carl Bildt geleitet wurde. Diese Analyse bezeichnete frühere Fehleinschätzungen der Geheimdienste in Bezug auf Russland als „systemisches Versagen“.

Außenministerin Maria Malmer Stenergard verwies bei der Erläuterung der strukturellen Veränderung auf Partner im Ausland. „Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit entschied sich Estland, sein System nach ähnlichen Prinzipien aufzubauen“, sagte sie auf einer Pressekonferenz.

„Die ernste sicherheitspolitische Lage erfordert eine rasche Steigerung der Gesamtfähigkeit des schwedischen Nachrichtendienstsystems“, erklärte Außenministerin Stenergard.

Widerstand aus dem Militär

Militärführer äußern Bedenken hinsichtlich des neuen Nachrichtendienstes. Gemäß der neuen Gesetzgebung wird MUST seine verdeckte personengestützte Aufklärung an UND übergeben.

Verteidigungsbeamte argumentieren, dass der Entzug dieser Instrumente die nationale Sicherheit schwächen könnte. „Angesichts der aktuellen Sicherheitslage können wir es uns nicht leisten, dass etwas durch die Maschen fällt“, sagte MUST-Chef Thomas Nilsson im Juni gegenüber Aftonbladet.

Es kommen auch Warnungen vor potenziellen Sicherheitslücken auf. „Es bestehen Bedenken, dass Lücken in der Geheimdienstarbeit entstehen könnten, die Russland ausnutzen könnte“, merkte SVT-Sicherheitspolitik-Reporter John Granlund an.

Die Finanzen stellen ein weiteres Hindernis für die Verteidigungseinrichtung dar. Oberbefehlshaber Michael Claesson warnte, dass die Finanzierung der zivilen Behörde möglicherweise nicht auf die NATO-Verteidigungsziele angerechnet werde, was die Militärbudgets zusätzlich belasten könnte.

Politische Debatte nimmt zu

Oppositionspolitiker äußern ernste Zweifel an der Schnelligkeit, mit der die Behörde zustande gekommen ist. Abgeordnete der Linkspartei und der Grünen haben zudem strengere Grenzen für den direkten Austausch von Geheimdienstdaten mit ausländischen Partnern gefordert.

„Der laufende Prozess könnte mehr Probleme schaffen, als er löst“, sagte Håkan Svenneling, außenpolitischer Sprecher der Linkspartei.

Der Betrieb beginnt am 1. Januar 2027. Die Einrichtung des Dienstes wird voraussichtlich 2,8 Milliarden SEK kosten. Die Rekrutierung schreitet bereits schnell voran, wobei mehr als 1.000 Bewerber um die anfänglichen 19 Stellen konkurrieren.