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Neuer Konflikt zwischen USA und China: Experte besorgt über nukleare Eskalation

Donald Trump, Xi jinping
Below the Sky / Shutterstock.com

Veröffentlichte Dokumente zeichnen ein erschreckendes Bild dessen, was zwischen China und den USA geschehen könnte.

Militärplaner, Diplomaten und Verteidigungschefs begeben sich zu einem der wichtigsten Sicherheitsgipfel Asiens unter einem wachsenden Schatten: der Befürchtung, dass ein künftiger Konflikt um Taiwan weit über konventionelle Kriegsführung hinaus eskalieren könnte.

Laut Reuters warnt eine neue Analyse, die im Vorfeld der an diesem Wochenende in Singapur stattfindenden Sicherheitskonferenz Shangri-La Dialogue veröffentlicht wurde, dass ein militärischer Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten und China ein echtes Risiko einer nuklearen Eskalation birgt.

Der Bericht stammt vom International Institute for Strategic Studies (IISS), einer in London ansässigen Denkfabrik für Verteidigung, die die Asien-Pazifik-Region als das neue Zentrum eines sich rapide intensivierenden globalen Wettrüstens bezeichnet.

Taiwan als Brennpunkt

Forscher warnen, dass Washington und Peking wahrscheinlich massive Operationen starten würden, die auf die Kommunikationssysteme, Überwachungsnetzwerke und Kommandoinfrastruktur des jeweils anderen abzielen, sollte ein Krieg um Taiwan ausbrechen.

„Ein Konflikt mit China würde eine Eskalation, potenziell bis auf nukleare Ebene, riskieren, angesichts der strategischen Bedeutung Taiwans für Peking“, heißt es in dem Bericht.

Analysten äußerten sich zudem besorgt über den offensichtlichen Mangel an Krisenmanagementmechanismen zwischen den beiden größten Militärmächten der Welt.

„Derzeit gibt es wenig öffentliche Anhaltspunkte dafür, dass beide Militärs die notwendigen Leitplanken zur Verhinderung oder die Einsatzregeln verstehen, die beide Seiten daran hindern würden, die wichtigsten Kommando-, Kontroll-, Kommunikations-, Computer-, Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungsknotenpunkte des jeweils anderen potenziell anzugreifen“, so die Einschätzung.

„Die Aussicht auf eine nukleare Eskalation wird daher in einem größeren Konflikt zwischen den USA und China weiterhin eine große Rolle spielen.“

„Leitplanken“ fehlen

Die Besorgnis unter Verteidigungsexperten konzentriert sich teilweise auf die Kommunikation – oder deren Mangel.

Rüstungskontrollgespräche aus der Zeit des Kalten Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion schufen jahrzehntelangen direkten Dialog über die Reduzierung nuklearer Risiken.

Forscher sagen, dass derzeit nichts Vergleichbares zwischen Washington und Peking existiert.

„Diese Diskussionskultur ist im Moment einfach nicht vorhanden, sodass es in dieser Beziehung weitaus weniger gibt, worauf man aufbauen kann“, sagte Daniel Salisbury, Senior Fellow des IISS, während einer Pressekonferenz.

Salisbury merkte zudem an, dass viele Teile des chinesischen Atomprogramms weiterhin streng geheim bleiben, was Verhandlungen noch komplizierter mache.

Nukleare Expansion beschleunigt sich in ganz Asien

Die Einschätzung argumentiert, dass die weitere Asien-Pazifik-Region in eine gefährliche Phase eintritt, in der mehrere Länder sowohl ihre nuklearen als auch ihre Langstrecken-Angriffsfähigkeiten ausbauen.

„Regionalstaaten und solche mit strategischen Interessen erweitern ihre nuklearen Arsenale, während Staaten ohne Atomwaffen Langstrecken-Konventional-Angriffsfähigkeiten anstreben: beides stellt die strategische Stabilität infrage“, heißt es in dem Bericht.

US-Beamte glauben, dass China sein Atomwaffenarsenal schneller ausbaut als jede andere Großmacht.

Schätzungen des Pentagons deuten darauf hin, dass Peking bis 2030 etwa 1.000 nukleare Sprengköpfe besitzen könnte.

Die Federation of American Scientists schätzt derzeit, dass Russland etwa 4.400 aktive Sprengköpfe besitzt, während die Vereinigten Staaten rund 3.700 unterhalten. China soll schätzungsweise 620 besitzen.

Taiwan beobachtet genau nach Trump-Xi-Gipfel

Die Sicherheitsbedenken haben sich nach einem kürzlichen Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Anfang dieses Monats in Peking verstärkt.

Das Treffen soll Berichten zufolge in Taiwan Besorgnis darüber ausgelöst haben, wie entschieden Washington die Insel während einer künftigen militärischen Konfrontation unterstützen würde.

China hat in den letzten Jahren den militärischen Druck auf Taiwan stetig erhöht und nie ausgeschlossen, Gewalt anzuwenden, um die Kontrolle über die Insel zu erlangen.

Die Regierung Taiwans lehnt Pekings Souveränitätsansprüche weiterhin ab.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wird voraussichtlich an diesem Wochenende auf dem Singapur-Gipfel sprechen, während China noch nicht bestätigt hat, ob Verteidigungsminister Dong Jun teilnehmen wird.

Hinter den geschliffenen Reden und diplomatischen Handschlägen dominieren nukleare Ängste leise die Gespräche, noch bevor die Konferenz überhaupt begonnen hat.