Ein neuer Bericht wirft Licht auf ein verstecktes Vorgehen in einem der geheimsten Staaten der Welt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Covid-19-Jahre einen Wendepunkt in der Durchsetzung der Macht markierten, berichtet die BBC.
Starker Anstieg
Die Hinrichtungen in Nordkorea stiegen während der Pandemie erheblich an, laut einem Bericht der Transitional Justice Working Group (TJWG), der von der *BBC* zitiert wird.
Die in Seoul ansässige NGO dokumentierte zwischen 2020 und 2024 mindestens 153 Personen, die hingerichtet oder zum Tode verurteilt wurden.
Dies steht im Vergleich zu 44 Fällen, die in den fünf Jahren vor der Pandemie erfasst wurden.
Repressionen beginnen
Dem Bericht zufolge begann der Anstieg im Jahr 2020, als Nordkorea auf dem Höhepunkt von Covid-19 seine Grenzen abriegelte.
Zuvor waren die Hinrichtungszahlen nach internationalem Druck infolge einer umfassenden UN-Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen gesunken.
Während der Pandemie kehrte sich der Trend jedoch scharf um, mit mindestens 54 Hinrichtungen im Jahr 2020 und 45 im Jahr 2021.
Kulturelle Vergehen
Viele Fälle standen im Zusammenhang mit strengen Kontrollen von Kultur und Glauben.
Laut der TJWG machten Vergehen im Zusammenhang mit Religion, Aberglauben oder ausländischen Medien die größte Kategorie aus.
Südkoreanische Unterhaltung, einschließlich K-Dramen und K-Pop, ist im Land verboten und wird von den Behörden als Bedrohung angesehen.
Öffentliche Bestrafung
Der Bericht hebt auch die fortgesetzte Anwendung öffentlicher Hinrichtungen hervor.
Mehr als 70 % der dokumentierten Fälle wurden öffentlich, oft durch Erschießen, vollstreckt, basierend auf Zeugenaussagen von Überläufern.
Forscher identifizierten Dutzende von Hinrichtungsstätten im ganzen Land.
Umfassenderes Muster
Weitere Verbrechen, die zu Hinrichtungen führten, waren Kritik an der Führung, Drogenhandel und Beihilfe zur Flucht.
Die NGO warnte, dass die Anwendung der Todesstrafe weiter zunehmen könnte, da die Führung versucht, die Kontrolle zu verstärken.
„Da das Regime eine vierte Erbfolge anstrebt, bestehe ein hohes Risiko erhöhter Hinrichtungen, um die kulturelle und ideologische Kontrolle zu stärken und die politische Dominanz aufrechtzuerhalten“, so die TJWG.
Langfristiger Trend
Insgesamt schätzt die Gruppe, dass zwischen 2011 und 2024 unter der Herrschaft von Kim Jong Un 358 Menschen hingerichtet wurden.
Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit mehr als 250 Überläufern aus dem ganzen Land.
Der Bericht bietet einen seltenen Einblick in Praktiken, die der Außenwelt weitgehend verborgen bleiben.
Quellen: BBC, Transitional Justice Working Group