Es läuft nicht allzu gut für den russischen Präsidenten.
Militärkarten erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Weit entfernt von den Schützengräben und Drohnenangriffen, die die Schlagzeilen beherrschen, ringen russische Beamte Berichten zufolge mit einer anderen Herausforderung: wie ein zunehmend kostspieliger Krieg weiterhin finanziert werden kann, während im ganzen Land weiterhin Anzeichen wirtschaftlicher Belastung auftauchen.
Neue Berichte deuten darauf hin, dass die Ukraine auf dem Schlachtfeld bescheidene Fortschritte erzielt hat, während gleichzeitig in der besetzten Krim Treibstoffengpässe aufgetreten sind und die Sorgen um die Staatsfinanzen in Moskau wachsen.
Ukraine meldet Geländegewinne, russischer Vormarsch verlangsamt sich
Jüngste Einschätzungen von Militäranalysten deuten darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte im Mai mehr Territorium zurückerobert haben, als sie verloren.
Die territorialen Gewinne bleiben im Vergleich zur Gesamtgröße der Front relativ gering, aber Analysten sagen, sie deuten auf eine allmähliche Verschiebung in mehreren Sektoren hin, in denen die russischen Vorstöße sich verlangsamt haben.
Ukrainische Streitkräfte setzen zunehmend auf Drohnen und weitreichende Angriffsfähigkeiten, um Versorgungsrouten, Infrastruktur und Militärstellungen hinter den russischen Linien anzugreifen.
Russische Streitkräfte setzen ihre Raketen- und Drohnenangriffe in der gesamten Ukraine fort, doch das Militär Kiews hat zunehmende Erfolge bei der Störung der Logistik- und Energieanlagen gemeldet, die die Kriegsanstrengungen unterstützen.
Krim sieht sich Treibstoffengpässen gegenüber
Tausende Kilometer von den heftigsten Kämpfen entfernt ist ein weiteres Problem aufgetaucht.
Bewohner der russisch kontrollierten Krim sind auf Treibstoffengpässe gestoßen, was die lokalen Behörden dazu veranlasst hat, Beschränkungen für den Benzinverkauf einzuführen und die Bevölkerung zur Ruhe zu ermahnen.
Lange Warteschlangen wurden an Tankstellen gemeldet, insbesondere in Sewastopol, da die Lieferungen Schwierigkeiten haben, mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Beamte machen Störungen verantwortlich, die mit Angriffen auf Energieinfrastruktur und Transportwege, die die Halbinsel versorgen, in Verbindung stehen.
Zu den in den letzten Wochen eingeführten Maßnahmen gehören Treibstoffrationierung und Beschränkungen für bestimmte Benzinsorten, während Ersatzlieferungen erfolgen.
Moskaus finanzielle Kopfschmerzen wachsen
Hinter verschlossenen Türen scheinen wirtschaftliche Bedenken zunehmend Aufmerksamkeit zu erregen.
Berichten zufolge, die sich auf Beamte mit Kenntnis interner Diskussionen beziehen, haben russische Behörden Szenarien modelliert, die zeigen, dass das Haushaltsdefizit erheblich ansteigen könnte, wenn die Kriegsausgaben auf dem derzeitigen Niveau fortgesetzt werden.
Verteidigungsausgaben verbrauchen bereits einen wachsenden Anteil der staatlichen Ressourcen, während Ökonomen warnen, dass die Beibehaltung des derzeitigen Ausgabenniveaus zusätzliche Kreditaufnahmen oder Kürzungen an anderer Stelle erfordern könnte.
Finanzminister Anton Siluanow hob diese Bedenken kürzlich hervor.
„Reserven sind nicht unendlich“, warnte er.
Die Aussage spiegelt eine wachsende Debatte innerhalb der Regierungskreise darüber wider, wie lange die aktuellen Ausgabenmuster aufrechterhalten werden können, ohne weitreichendere wirtschaftliche Folgen zu verursachen.
Drohnen werden zum neuen Kernstück
Militäranalysten sagen, ein Grund, warum Russland weiterhin stark investiert, sei die wachsende Bedeutung von Drohnen auf dem modernen Schlachtfeld.
Douglas Barrie vom International Institute for Strategic Studies stellte fest, dass unbemannte Systeme militärische Operationen verändert haben.
„First-Person-Drohnen sind heute ein dominantes Element in der Landkriegsführung“, sagte er.
Nach Schätzungen des ukrainischen Geheimdienstes plant Russland, die Produktion von First-Person-View-Drohnen und Drohnen-Sprengköpfen in den kommenden Jahren drastisch zu erhöhen.
Solche Systeme sind erheblich günstiger in der Herstellung als Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge, was sie attraktiv macht in einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Ressourcen unter Druck stehen.
Schwierige Entscheidungen stehen bevor
Offizielle Zahlen deuten darauf hin, dass Russlands Haushaltsdefizit trotz Perioden höherer Öleinnahmen bereits erhöhte Niveaus erreicht hat.
Wirtschaftsprognosen sind ebenfalls weniger optimistisch geworden, wobei die Wachstumsprognosen inmitten von Sanktionen, Inflationsdruck und anhaltenden Kriegsausgaben nach unten korrigiert wurden.
Berichte deuten darauf hin, dass Präsident Wladimir Putin über die wachsenden fiskalischen Herausforderungen informiert wurde und dass unter Beamten Meinungsverschiedenheiten darüber aufgetreten sind, wie militärische Ziele mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang gebracht werden können.
Während die Kämpfe in der gesamten Ukraine andauern, scheinen sich die Debatten in Moskau zunehmend um eine Frage zu drehen, die über das Schlachtfeld hinausgeht: wie lange Russland die finanziellen Anforderungen eines langwierigen Krieges aufrechterhalten kann, während es sowohl an der Front als auch im Inland unter Druck steht.
(Express)