Der ukrainische Geheimdienst erklärt, abgefangene Kommunikation zeige, dass russische Soldaten nahe der Front in Saporischschja unter massiver Alkoholvergiftung litten, während Berichte über zusammenbrechende Disziplin und Moral zunehmen.
Der ukrainische Geheimdienst erklärt, abgefangene Kommunikation deute darauf hin, dass russische Soldaten an der Front in Saporischschja schwere Verluste durch Alkoholvergiftung erlitten hätten.
Die Berichte verstärken umfassendere Vorwürfe über sinkende Disziplin und schwindende Moral in einigen russischen Frontverbänden.
Abgefangene Kommunikation
Laut United24Media veröffentlichte der ukrainische Militärgeheimdienst HUR abgefangene Audioaufnahmen, auf denen russische Soldaten angeblich über die Todesfälle sprechen.
Die Aufnahme wurde am 20. Mai von der Hauptdirektion des ukrainischen Geheimdienstes auf Facebook veröffentlicht.
HUR erklärte, der Vorfall habe Angehörige der russischen 166. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade betroffen, die nahe Orichiw in der Region Saporischschja operiere.
In dem abgefangenen Gespräch beschrieb ein Soldat, wie mehrere Militärangehörige starben, nachdem sie an einem Beobachtungsposten vergifteten Alkohol konsumiert hatten.
Leichen zurückgelassen
Laut United24Media erklärte einer der Soldaten in der Aufnahme, dass zwischen acht und zehn Leichen mehrere Tage lang an der Stellung gelegen hätten, ohne evakuiert zu werden.
„Unsere und die der Verbündeten lagen ordentlich nebeneinander, bedeckt mit Schlafsäcken“, sagte die Stimme in der Aufnahme.
Die Echtheit der abgefangenen Kommunikation konnte bislang nicht unabhängig überprüft werden.
Russische Behörden haben die Vorwürfe bislang nicht öffentlich kommentiert.
Sorgen um die Disziplin
Die gemeldete Vergiftung erfolgt vor dem Hintergrund breiterer Vorwürfe über Alkoholmissbrauch unter russischen Soldaten in der Region.
Laut United24Media erklärte die ukrainische Partisanenbewegung ATESH, die russische 108. Luftlandebrigade befinde sich in einem „kritischen Zustand“, der mit weitverbreitetem Alkoholkonsum zusammenhänge.
„Die sogenannten ‚100 Gramm‘ sind zu Litern geworden, und die Brigade hat sich zu einem Zentrum des Alkoholismus entwickelt“, erklärte ATESH in einer Stellungnahme.
Die Gruppe behauptete zudem, einige neu eingetroffene Soldaten seien nach dem Konsum minderwertiger oder Ersatzalkoholprodukte gestorben.
Probleme mit der Moral
ATESH erklärte weiter, dass sich die Moral russischer Truppen entlang der Front bei Kupjansk erheblich verschlechtert habe.
Laut der Gruppe beschrieb eine Quelle innerhalb der russischen 1. Panzerarmee den psychischen Zustand der Soldaten nach Jahren andauernder Kämpfe als kritisch.
Die Partisanenbewegung erklärte, anhaltender Druck auf dem Schlachtfeld und steigende Verluste würden zu wachsender Instabilität innerhalb der Frontverbände beitragen.
Quellen: United24Media, HUR Ukraine, ATESH