Die Möglichkeiten, den Militärdienst in Russland zu umgehen, könnten schwinden.
Neue Beschränkungen deuten auf eine engere Koordination zwischen den Behörden und weniger Fluchtmöglichkeiten für Wehrpflichtige hin, die der Einberufung entgehen wollen, berichtet o2.pl.
Blockierter Fluchtweg
Russische Behörden haben Berichten zufolge begonnen, Wehrpflichtige daran zu hindern, das Land über Belarus zu verlassen, dies berichtet o2.pl unter Berufung auf Menschenrechtsaktivisten.
Der Fall betrifft einen jungen Mann aus St. Petersburg, der trotz mehrerer Fluchtversuche das Land nicht verlassen konnte.
Fluchtversuch
Nachdem er im April eine Vorladung zur Musterung erhalten hatte, wurde der Mann im russischen elektronischen Einberufungssystem registriert.
Kurz darauf wurde ihm die Ausreise untersagt.
Er versuchte zunächst, von einem russischen Flughafen abzureisen, wurde jedoch aufgehalten. Anschließend versuchte er, mit dem Zug durch Belarus zu reisen.
Ausreise verweigert
Nach Angaben von Aktivisten, die von Siewier.Realii zitiert werden, wurde ihm zweimal das Boarding für Flüge von Minsk nach Tiflis und Eriwan verweigert.
Eine schriftliche Begründung wurde nicht gegeben; Beamte erteilten Berichten zufolge lediglich mündliche Absagen.
Wachsende Koordination
Menschenrechtsgruppen zufolge könnte dies eine neue Phase der Zusammenarbeit zwischen russischen und belarussischen Behörden markieren.
Bislang galt die Landgrenze zwischen den beiden Ländern als eine der letzten praktikablen Fluchtrouten für diejenigen, die der Einberufung entgehen wollten.
Digitale Kontrolle weitet sich aus
Russland führte 2024 ein elektronisches Einberufungsregister ein, das es den Behörden ermöglicht, Einberufungsbescheide digital zuzustellen.
Diese Bescheide gelten als gültig, auch wenn sie nicht geöffnet werden, und das System sammelt umfangreiche persönliche Daten, die den Sicherheitsdiensten zugänglich sind.
Druck zur Einberufung
Aktivisten warnen, dass Wehrpflichtige zunehmend unter Druck gesetzt werden, Militärverträge zu unterzeichnen.
Solche Vereinbarungen können zu einem Einsatz im Krieg in der Ukraine führen, was Bedenken hinsichtlich Zwang und begrenzter Verweigerungsmöglichkeiten aufwirft.
Die Entwicklungen deuten auf eine umfassendere Verschärfung der Kontrolle über wehrpflichtige Bürger hin.
Quellen: 02.pl, Siewier.Realii