Ein neuer schwedischer Geheimdienstbericht warnt davor, dass Russlands Wirtschaft deutlich schwächer ist, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen – mit steigender Inflation, wachsender Verschuldung und zunehmendem Druck auf den Bankensektor.
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat sich nicht positiv auf die russische Wirtschaft ausgewirkt. Laut dem schwedischen Nachrichtendienst MUST stellt Russland seine Wirtschaft deutlich stabiler dar, als sie tatsächlich ist, berichtet Euronews.
Dem neuen schwedischen Bericht zufolge befindet sich die russische Wirtschaft in einer Krise – mit steigender Inflation, wachsender Verschuldung und einem großen Haushaltsdefizit.
Dennoch geht MUST davon aus, dass Russland trotz der geschwächten Wirtschaft seinen Kurs nicht ändern wird. Im Gegenteil: Der Nachrichtendienst geht davon aus, dass der Kreml weiterhin die Invasion der Ukraine sowie hybride Aktivitäten gegen EU- und NATO-Staaten fortsetzen will.
Kriegswirtschaft unter Druck
MUST weist außerdem darauf hin, dass Russland die Ölpreise weiter anheben müsse, um ein großes Haushaltsdefizit zu vermeiden, berichtet Euronews.
Thomas Nilsson, Leiter von MUST, erklärte zudem, dass die offiziellen Zahlen der russischen Zentralbank keine verlässlichen Indikatoren dafür seien, wie sich die Inflation tatsächlich entwickelt habe. Seiner Einschätzung nach liegt die Inflation näher bei 15 Prozent als bei der Schätzung der Zentralbank von 5,86 Prozent.
Nilsson warnt außerdem davor, dass Russland sich durch Schulden finanziert und es Anzeichen für ernsthafte Probleme im russischen Bankensektor gibt.
„Die russische Wirtschaft kann sich nur in eine von zwei Richtungen entwickeln: eine langfristige Rezession oder ein Schock“, sagte Nilsson. „In beiden Fällen wird sie sich weiter auf eine finanzielle Katastrophe zubewegen.“
Putin weist Vorwürfe zurück
Wir haben bereits zuvor darüber berichtet, wie die russische Wirtschaft wirtschaftliche Schwierigkeiten erlebt hat – insbesondere im Bankensektor.
Vor allem kleinere Banken in Russland stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, und jede fünfte Bank dürfte Verluste machen.
Dennoch weist Wladimir Putin die Vorstellung zurück, dass es Anlass zur Sorge gebe. Stattdessen argumentiert er laut Euronews, dass der Abschwung auf saisonale Schwankungen zurückzuführen sei.
Quellen: Euronews, MUST